Sein Vergrößerungsbereich beginnt bei 6-fach und reicht bis 36-fach. Dadurch decken die Zielfernrohre aus der Modellfamlie 6-36x56 PM II von Schmidt & Bender sowohl mittlere als auch sehr große Schussentfernungen ab. Die höhere Maximalvergrößerung erleichtert es, kleine Ziele und Trefferbilder auf weite Distanz genauer zu erkennen. Gleichzeitig bleibt die Anfangsvergrößerung niedrig genug, um das Ziel vergleichsweise schnell zu erfassen. Bemerkenswert ist, dass Schmidt & Bender die zusätzliche Leistung hier nicht mit einem übermäßig großen Gehäuse erkauft. Das Zielfernrohr hat eine Länge von rund 390 Millimeter, besitzt ein 34-Millimeter-Mittelrohr und wiegt – abhängig von der konkreten Ausstattung – etwa 940 bis 990 Gramm.
Der erste Eindruck vom Schmidt & Bender 6-36x56 PM II:
Das 6-36x56 PM II High Performance wirkt auf den ersten Blick wie ein typisches Mitglied der PM-II-Familie: sachlich, massiv und konsequent auf den praktischen Einsatz ausgelegt. Hier findet man keine dekorativen Spielereien. Vergrößerungsring, Parallaxenausgleich und Verstelltürme sind groß genug dimensioniert, um sie auch mit Handschuhen sicher bedienen zu können. Die Verarbeitungsqualität liegt auf dem Niveau, das man in dieser Preisklasse erwartet. Die Bedienelemente vermitteln einen definierten Widerstand und lassen sich kontrolliert betätigen. Besonders beim Vergrößerungsring ist das wichtig: Er läuft straff genug, um sich nicht unbeabsichtigt zu verstellen, lässt sich aber dennoch ohne übermäßigen Kraftaufwand bedienen. Das relativ kompakte Gehäuse erleichtert die Montage auf modernen Präzisionsbüchsen. Trotzdem sollte bei der Wahl der Montage auf ausreichende Stabilität und die passende Bauhöhe geachtet werden. Ein Zielfernrohr dieser Klasse kann seine mechanischen Fähigkeiten nur in Verbindung mit einer hochwertigen, spannungsfrei montierten Basis vollständig ausspielen.


Wird das Schmidt & Bender Zielfernrohrs 3-36x56 PM II der Zusatzbezeichnung High Performance gerecht?
Eine hohe Vergrößerungszahl allein macht noch kein gutes Long-Range-Zielfernrohr. Entscheidend ist, wie viele verwertbare Details bei hoher Vergrößerung tatsächlich erhalten bleiben. Hier liegt eine der wesentlichen Stärken des 6-36x56 PM II von Schmidt & Bender. Das Bild erscheint kontrastreich und bis in hohe Vergrößerungsstufen hinein detailreich. Feine Zielstrukturen lassen sich deutlich voneinander unterscheiden. Das ist nicht nur beim präzisen Zielen hilfreich, sondern auch bei der Beobachtung des Zielbereichs und der Auswertung von Treffern. Die Farbwiedergabe bleibt weitgehend natürlich. Farbsäume und störende Randunschärfen werden gut reduziert. Gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen oder vor kontrastreichen Hintergründen trägt das dazu bei, dass das Auge weniger schnell ermüdet. Schmidt & Bender gibt eine Lichttransmission von mehr als 90 Prozent für das Glas an. In der Praxis ist dennoch zu berücksichtigen, dass bei 36-facher Vergrößerung nur noch eine Austrittspupille von etwa 1,6 Millimetern zur Verfügung steht. Die höchste Vergrößerung spielt ihre Vorteile daher vor allem bei gutem Tageslicht und einem stabilen Anschlag aus. Bei unruhiger Luft oder schlechteren Lichtverhältnissen kann eine geringere Vergrößerung das klarere und ruhigere Zielbild liefern. Genau das ist ein wichtiger Grundsatz beim Long-Range-Schießen: Die maximal mögliche Vergrößerung ist nicht automatisch die sinnvollste.

Großes Sehfeld trotz 6-facher Anfangsvergrößerung
Das Sehfeld beträgt laut Hersteller zwischen 7,3 und 1,25 Metern auf 100 Meter. Für ein Zielfernrohr dieser Leistungsklasse fällt besonders das Sehfeld bei 6-facher Vergrößerung großzügig aus. Das erleichtert die Orientierung, die Zielaufnahme und das Verfolgen bewegter Abläufe im Zielbereich. Auch bei dynamischen Long-Range-Wettkämpfen oder bei mehreren Zielen auf unterschiedlichen Entfernungen ist ein großes Sehfeld von Vorteil. Der Augenabstand beträgt 90 Millimeter. Damit lässt sich das Zielfernrohr auch auf rückstoßstärkeren Präzisionsbüchsen sinnvoll einsetzen, sofern Montageposition und Anschlag korrekt gewählt werden. Beim 6-36x56 PM II liegt das Absehen in der ersten Bildebene. Es vergrößert sich daher zusammen mit dem Zielbild. Die im Absehen dargestellten Winkelmaße bleiben unabhängig von der eingestellten Vergrößerung gültig.
Für Long-Range-Schützen ist das ein entscheidender Vorteil. Korrekturen für Wind und Entfernung können bei jeder Vergrößerungsstufe direkt über das Absehen vorgenommen werden. Das vereinfacht die Arbeit mit einem Spotter und ermöglicht schnelle Folgeschüsse, ohne jede Korrektur zwingend über die Türme einstellen zu müssen.
Das Absehen beim 6-36x56 PM II High Performance liegt in der ersten Bildebene − diese Varianten stehen zur Verfügung
Schmidt & Bender bietet das Zielfernrohr in mehreren Konfigurationen und unter anderem mit folgenden Absehen an: M1FL, MSR2, P5FL, TREMOR3, TREMOR5, TR²ID. Welches Absehen am besten geeignet ist, hängt stark vom Einsatzzweck ab. Ein übersichtliches Absehen wie das P5FL eignet sich für Schützen, die ihre Korrekturen hauptsächlich über die Türme vornehmen. Komplexere Absehen bieten zusätzliche Haltepunkte für Wind- und Höhenkorrekturen, verlangen aber mehr Einarbeitung, bevor man sie auch richtig nutzen kann. Die Absehenbeleuchtung ist in elf Stufen regelbar und wird über eine CR2032-Batterie versorgt.

LPI: Beleuchtung und Parallaxe auf einer Seite des 3-36x56 PM II
Eine Besonderheit des 6-36x56 PM II ist das sogenannte LPI-Bedienelement. Schmidt & Bender kombiniert dabei den Parallaxenausgleich und die Beleuchtungssteuerung auf der linken Seite des Mittelrohrs. Diese Konstruktion schafft zusätzlichen Freiraum im Bereich des Okulars und erleichtert die Montage. Gleichzeitig sind beide Funktionen gut erreichbar. Davon profitieren auch Linksschützen, weil die Bedienung weniger mit dem Verschluss oder anderen Teilen der Waffe kollidiert.
Der Parallaxenausgleich reicht von 20 Metern bis unendlich. Damit kann das Zielfernrohr nicht nur für extreme Entfernungen, sondern ebenso für Trainings- und Wettkampfdistanzen im Nahbereich verwendet werden. Die Einstellung sollte sorgfältig vorgenommen werden. Ist die Parallaxe nicht korrekt ausgeglichen, kann sich der scheinbare Haltepunkt verändern, sobald das Auge nicht exakt mittig hinter dem Okular positioniert ist. Auf große Distanzen können daraus bereits relevante Treffpunktabweichungen entstehen.
Türme, Klickverstellung und interner Verstellweg
Die Verstelltürme gehören zu den wichtigsten Bauteilen eines Long-Range-Zielfernrohrs. Schließlich müssen sie Korrekturen nicht nur exakt umsetzen, sondern nach mehrfacher Verstellung zuverlässig zum Ausgangspunkt zurückkehren. Je nach Ausführung bietet Schmidt & Bender unterschiedliche Turmkonfigurationen an. Dazu zählen unter anderem: DT27 MTC LT, DT35 MTC LT, DT II+ MTC LT, MT II MTC LT.
Die Bezeichnungen stehen für unterschiedliche Konstruktions- und Funktionsvarianten. Dazu gehören Doppel- beziehungsweise Mehrfachumdrehungstürme, fühlbar hervorgehobene Klicks, Verriegelungen und ein definierbarer Nullanschlag. Bei der klassischen Ausführung beträgt die Klickverstellung 0,1 mrad. Ein Klick entspricht damit einer Treffpunktverlagerung von einem Zentimeter auf 100 Meter, zehn Zentimetern auf 1.000 Meter und 15 Zentimetern auf 1.500 Meter. Bei anderen Konfigurationen ist auch eine feinere Verstellung von 0,05 mrad erhältlich. Welche Variante sinnvoller ist, hängt von der Disziplin ab: 0,1 mrad ermöglicht schnelle und übersichtliche Korrekturen, während 0,05 mrad eine feinere Abstimmung erlaubt. Der nutzbare Höhenverstellweg ist von der gewählten Turmkonfiguration abhängig. Schmidt & Bender nennt für das optische System einen internen Verstellbereich von mehr als 40 mrad; einzelne konfigurierte Modelle werden beispielsweise mit 27 oder 35 mrad Höhenverstellung angeboten. Käufer sollten deshalb nicht nur auf die Modellbezeichnung, sondern unbedingt auf die genaue Turmvariante achten.
Was bedeuten die Abkürzungen MTC, LT und ZC beim Schmidt & Bender 3-36x56 PM II?
Die zahlreichen Abkürzungen können bei der Konfiguration des Schmidt & Bender 3-36x56 PM II zunächst verwirrend wirken:
1. MTC – More Tactile Clicks: Bestimmte Klickpositionen sind deutlicher fühlbar. Dadurch kann der Schütze die Position des Turms besser kontrollieren, ohne den Blick vom Ziel nehmen zu müssen.
2. LT – Locking Turret: Der Turm lässt sich gegen unbeabsichtigtes Verstellen sichern.
3. ZC – Zero Click beziehungsweise Zero Control: Das System unterstützt die klar definierte Rückkehr zur eingeschossenen Nullstellung.
Für Wettkampfschützen sind diese Funktionen keineswegs bloße Komfortmerkmale. Unter Zeitdruck kann bereits ein versehentlich verstellter Turm einen kompletten Durchgang kosten. Eine zuverlässige Verriegelung und eine eindeutig erkennbare Nullstellung schaffen hier zusätzliche Sicherheit.
Tipps fürs Schießen mit dem Schmidt & Bender 6-36x56 PM II:
Das 6-36x56 PM II ist kein Zielfernrohr, das allein durch spektakuläre Zahlen überzeugen soll. Seine eigentliche Stärke liegt im Zusammenspiel aus Bildqualität, Sehfeld, Absehen und Mechanik. Bei mittlerer Vergrößerung erhält der Schütze ein ruhiges, übersichtliches Zielbild. Dieser Bereich eignet sich besonders für wechselnde Ziele oder Positionen, in denen die Waffe nicht vollkommen stabil liegt. Aufgelegt oder liegend kann die Vergrößerung anschließend erhöht werden, um kleine Ziele und Haltepunkte besser zu erkennen. Bei 36-facher Vergrößerung werden allerdings auch Bewegungen der Waffe, Pulsübertragungen und Luftunruhe deutlich sichtbarer. Das ist kein Fehler des Zielfernrohrs, sondern eine physikalische Folge der hohen Vergrößerung. In der Praxis dürfte sich der meistgenutzte Bereich deshalb – abhängig von Zielgröße, Entfernung und Wetter – häufig zwischen etwa 12- und 30-fach bewegen. Die PM-II-Baureihe wurde ursprünglich für professionelle Anwender entwickelt. Entsprechend robust ist auch das 6-36x56 PM II konstruiert. Schmidt & Bender nennt einen Funktionsbereich von etwa −46 bis +63 Grad Celsius und eine Wasserdichtigkeit bis drei Meter. Nach Herstellerangaben befindet sich das Zielfernrohr seit 2023 auch auf einem Anti-Materiel-Gewehr im Kaliber .50 im militärischen Einsatz. Außerdem wurde es von Polizeispezialeinheiten und mehreren NATO-Staaten eingeführt. Für Sportschützen bedeutet das vor allem: Die Konstruktion besitzt erhebliche Reserven hinsichtlich Rückstoßfestigkeit und mechanischer Belastbarkeit.

Technische Daten und Preis des Long Range ZFs 6-36x56 PM II aus der Premiumklasse von Schmidt & Bender:
| Modell: | 3-36x56 PM II |
| Vergrößerung: | 6–36-fach |
| Objektivdurchmesser: | 56 mm |
| Augenabstand: | 90 mm |
| Sehfeld auf 100 m | 7,3 m bis 1,25 m |
| Mittelrohrdurchmesser | 34 mm |
| Objektiv-Außendurchmesser | 62 mm |
| Okular-Außendurchmesser | 50 mm |
| Bildebene: | 1. Bildebene |
| Klickverstellung: | 0,1 mrad (1 cm aus 100 m), optional 0,05 mrad |
| Höhenverstellweg: | abhängig von der Turmkonfiguration |
| Parallaxenausgleich: | 20 m bis ∞ |
| Dioptrienausgleich: | −3 bis +2 dpt |
| Absehenbeleuchtung: | 11 Stufen, rot |
| Batterie: | CR2032 |
| Lichttransmission: | > 90 % |
| Wasserdichtigkeit: | bis 3 m |
| Funktionstemperatur: | etwa −46 bis +63 °C |
| Länge: | 390 mm |
| Gewicht: | ca. 940 g |
| Preis (UVP): | ab 4.390,- Euro |
Für wen eignet sich das Schmidt & Bender 6-36x56 PM II?
Das Premium-Zielfernohr aus der PM II-Reihe richtet sich vor allem an:
1. Long-Range- und Extreme-Long-Range-Schützen
2. PRS- und Präzisionsgewehrschützen Sportschützen mit hohen Anforderungen an die Wiederholgenauigkeit
3. professionelle Anwender
4. Nutzer rückstoßstarker Präzisionsbüchsen
5. Schützen, die häufig Höhenkorrekturen über den Turm einstellen müssen
Für eine Jagdbüchse oder den gelegentlichen Schuss auf 100 Meter wäre das Zielfernrohr dagegen überdimensioniert. Sein Potenzial zeigt sich dort, wo regelmäßig auf wechselnde und große Entfernungen geschossen, mit ballistischen Lösungen gearbeitet und die Mechanik intensiv genutzt wird.
Was spricht gegen das Schmidt & Bender 6-36x56 PM II?
So leistungsfähig das Zielfernrohr ist, es besitzt auch einige Punkte, die vor dem Kauf bedacht werden sollten. An erster Stelle steht der Preis. Das 6-36x56 PM II bewegt sich hier im absoluten Premiumsegment. die Preisen reichen von rund 4.400 Euro bis Eine aktuelle TREMOR5-Konfiguration wird vom Hersteller beispielsweise für rund 5.830 Euro angeboten. Andere Konfigurationen können preislich davon abweichen. Hinzu kommen das Gewicht, der Platzbedarf des 56-Millimeter-Objektivs und die Komplexität der Konfiguration. Käufer müssen sich vorab mit Absehen, Klickwert, Drehrichtung und Turmsystem beschäftigen. Wer einfach irgendeine Variante bestellt, kann trotz der hohen Produktqualität am eigenen Bedarf vorbeikaufen.
Unser Fazit zum Schmidt & Bender 6-36x56 PM II:
Das Schmidt & Bender 6-36x56 PM II High Performance ist ein kompromisslos ausgelegtes Zielfernrohr für anspruchsvolle Long-Range-Aufgaben. Sein größter Vorteil besteht nicht allein in der 36-fachen Maximalvergrößerung. Entscheidend ist die Kombination aus hoher Auflösung, großem Sehfeld, belastbarer Mechanik, Absehen in der ersten Bildebene und einem umfangreichen Angebot an Turm- und Absehenvarianten. Im praktischen Einsatz überzeugt vor allem die Vielseitigkeit. Bei 6-facher Vergrößerung bleibt das Zielumfeld gut erfassbar, während die hohe Maximalvergrößerung für kleine Ziele und große Distanzen zusätzliche Reserven bietet. Die gut erreichbare LPI-Bedienung und die verschiedenen verriegelbaren Türme unterstreichen den professionellen Anspruch. Das Zielfernrohr ist teuer und erklärungsbedürftig. Wer seine Präzisionsbüchse jedoch konsequent für Long Range, Extreme Long Range oder anspruchsvolle Wettkämpfe aufbaut, erhält eine Optik, die nicht nur auf dem Datenblatt beeindruckt, sondern als vollständiges mechanisch-optisches System gedacht ist.
Kurz gesagt: Das 6-36x56 PM II ist kein Zielfernrohr für jeden Schützen – aber ein sehr ernst zu nehmendes Werkzeug für diejenigen, die seine Leistungsreserven tatsächlich nutzen können.
Mehr zum 3-36x56 PM II und anderen Zielfernrohren seines Herstellers erfahren Sie auch auf der Homepage des deutschen Optikspezialisten Schmidt & Bender.










