Auch 2026 zeigte die SHOT Show in Las Vegas wieder, wie lebendig das Revolver-Segment ist. Zwischen großen Comebacks, cleveren Detailverbesserungen und einigen bewusst „überzeichneten“ Exoten war für Fans klassischer Trommelwaffen ebenso etwas dabei wie für sportlich orientierte Schützen. Ob "optics-ready" Neuauflage, Leichtbau-Revolver oder Jagd-Bolide: Wir haben die interessantesten Revolver-Highlights der Messe zusammengetragen – plus ein Zubehör, das das Nachladen auf ein neues Level heben will.
Smith & Wesson 686 Plus Spec Serie

Der Smith & Wesson 686 Plus Spec Series R ist der erste Revolver der Spec-Series-Familie. Die Trommel fasst sieben Schuss in .357 Magnum (auch .38 Special) und ist für Moonclips ausgelegt, um besonders schnell nachladen zu können. Der vollständige Name dieses Revolvers lautet Spec Series R Model 686 Plus No Lock .357 Magnum; es handelt sich also um eine spezielle Version des berühmten Modells 686 – ohne das umstrittene interne Schloss („No Lock“), also ohne das bekannte „Lock“-Loch in der Seitenplatte. Serienmäßig ist die Waffe mit einem Aimpoint ACRO P-2 Rotpunktvisier ausgestattet. Der 4,13-Zoll-Lauf ist portiert (S&W nennt das „PowerPort“), Rahmen und Lauf bestehen aus rostfreiem Stahl und tragen eine titanfarbene Cerakote-Beschichtung. Die Trommel ist ebenfalls aus Edelstahl, schwarz PVD-beschichtet und wird über eine verlängerte Trommelentriegelung geöffnet. Die voll verstellbare Kimme ist mit einem Rampenkorn mit rotem Einsatz kombiniert. Zum Preis von 1.999,- US-Dollar wird das Modell 686 Plus Spec Series R als Bundle mit einem umfangreichen Paket geliefert, darunter eine Savior-Equipment-Tasche, 10 Moonclips, ein S&W-Messer sowie ein Aufnäher und eine Münze. Wir haben dem Smith & Wesson 686 Plus Spec Series R auch bereits einen Artikel gewidmet.
Charter Arms Pathfinder 2 im Randfeuerkaliber .22 l.r.

Charter Arms ist ein US-amerikanischer Hersteller, der seit über 60 Jahren preisgünstige, zugleich robuste Revolver baut – darunter Klassiker wie den Bulldog im Kaliber .44 Special. Obwohl der Revolver an sich eine sehr traditionelle Waffe ist, erweitert die Firma aus Connecticut ihren Katalog kontinuierlich. Große Innovationssprünge sind dabei selten, dafür stehen die Modelle in der Regel für solide, alltagstaugliche und erschwingliche Technik. Dazu passt auch der neue Pathfinder II: ein Double-Action/Single-Action-Revolver im Kaliber .22 l.r. mit 8-schüssiger Trommel, der in den USA für etwas über 500,- US-Dollar angeboten wird. Der Lauf mit ventilierter Laufschiene ist 3,5 Zoll (89 mm) lang. Der Rahmen besteht aus Aluminium, die übrigen Komponenten aus rostfreiem Stahl. Die Griffschalen sind aus synthetischem Gummi gefertigt. Der runde Griffrahmen hat einen gebogenen Griffrücken. Insgesamt handelt es sich um einen kompakten Revolver für Plinking und den Freizeitbereich, der bei Bedarf auch für die Niederwildjagd taugt. Zur Ausstattung gehören eine voll verstellbare Kimme und ein gut sichtbares, orangefarbenes Aluminiumkorn. Als Ausführungen sind unter anderem eine komplett schwarze Variante, Edelstahl sowie ein OD-grün eloxierter Rahmen mit schwarzen Komponenten erhältlich.
Taurus Raging Hunter in .350 Legend und verschiedenen anderen Kalibern

Wie so oft sorgte der Taurus-Stand bei Revolverfans für starke Emotionen. Der Blick auf die Modelle der Raging-Hunter-Serie war beeindruckend – auch wenn keines davon eine echte Neuheit ist. Der Revolver ganz oben im Bild ist ein Raging Hunter im Kaliber .350 Legend, einer seit 2019 angebotenen Patrone mit Zylinderhülse, die vor allem als jagdlich nutzbare Patrone für moderne Repetierer und Selbstladebüchsen (insbesondere AR-Plattformen) entwickelt wurde. Eine typische Laborierung in .350 Legend beschleunigt ein 145-Grain-Geschoss auf rund 716 m/s; die Energie liegt in einem Bereich, der grob mit der .30-30 Winchester vergleichbar ist – bei in der Praxis meist spürbar moderaterem Rückstoß. Den Taurus Raging Hunter in .350 Legend gibt es in zwei Varianten: mit 10,5- oder 14-Zoll-Lauf (266 bzw. 355 mm) und einer markanten, herstellerspezifischen Mündungsbremse. Die Trommel fasst sechs Patronen. Der Lauf ist mit einem Mantel (Shroud) versehen, der oben eine Picatinny-Schiene für Optiken und unten eine Schiene zur Anbringung von Zubehör wie etwa einem Zweibein aufnimmt. Die zweifarbige Beschichtung unterstreicht den eigenständigen Auftritt dieses XXL-Revolvers, der in der kurzen Version bereits ein Leergewicht von rund 2.250 Gramm auf die Waage bringt. In der Bildmitte ist die Variante im Kaliber .460 S&W Magnum zu sehen, ebenfalls mit 10,5-Zoll-Lauf. Unten schließlich ist der Raging Hunter in .357 Magnum abgebildet: mit 5 1/8 Zoll (130 mm) Lauflänge, sieben Schuss Trommelkapazität und portiertem, ummanteltem Lauf; die Leichtmetallverkleidung trägt dabei die Picatinny-Montageschiene für Optiken. In den USA liegt der Preis bei etwa 1.100,- US-Dollar.
Magnum Research BFR in .45/70 Government

Ein weiterer Anwärter auf den Titel des „übertriebensten“ Revolvers am Markt ist der Magnum Research BFR im Kaliber .45-70 Government. Das Kürzel steht für „Biggest Finest Revolver“ – nicht besonders kreativ, aber als Beschreibung dieser rund zwei Kilogramm schweren Edelstahlkonstruktion durchaus treffend. Vom Grundkonzept her ist der BFR ein Single-Action-Revolver im Stil von Freedom-Arms-Modellen, nur wirkt hier alles wie vergrößert. Die fünfschüssige Trommel ist auf die kräftige amerikanische .45-70 Government ausgelegt, je nach Laborierung kann diese Patrone beispielsweise ein 300-Grain-Geschoss mit etwa 600 m/s Mündungsgeschwindigkeit antreiben. Mit dem „nur“ zehn Zoll langen Lauf liegen die Werte naturgemäß unter denen aus Büchsenläufen, doch die Leistung bleibt für eine Kurzwaffe beeindruckend. Ansonsten gibt sich der Magnum Research BFR vergleichsweise nüchtern: komplett aus Edelstahl, mit schwarzen Akzenten nur an Kimme und Korn sowie mit Pachmayr-Gummigriffen. In den USA liegt der Listenpreis bei 1.514,- US-Dollar.
Diamondback SDR in .38 Special (+P)

Der SDR-A von Diamondback Firearms gehört zu den interessantesten Revolvern, die auf der SHOT Show 2026 vorgestellt wurden. Es handelt sich um einen kompakten .38-Special-Revolver für den Selbstschutz mit geschmiedetem Rahmen aus 7075-T6-Aluminium, 2-Zoll-Lauf, sechsschüssiger Trommel und einem Gewicht von nur 442 Gramm. Der SDR-A ist für .38 Special +P freigegeben, kann also auch Patronen mit erhöhtem Gasdruck verschießen. Das System ist auf verdecktes Tragen ausgelegt: Der Hahn liegt verdeckt, der Abzug arbeitet als reiner Double-Action-Only-Abzug mit einem Abzugsgewicht von rund 4 bis 5,2 kg – bewusst eher schwer, dafür gleichmäßig und sicher unter Stress. Die Trommelentriegelung erfolgt über einen Druckknopf und ist auf schnelle, intuitive Bedienung ausgelegt. Auch die Visierung folgt dem Defensive-Konzept: Vorn sitzt ein festes, orangefarbenes Glasfaserkorn, hinten eine flache Kimme mit grüner Glasfaser – beides im Low-Profile-Design, um beim Ziehen nicht an Kleidung zu verhaken. Wie bei modernen Leichtbau-Revolvern wird die Stahltrommel zudem gewichtsoptimiert ausgeführt, indem zwischen den Kammern Material abgetragen wird, ohne die Stabilität dort zu beeinträchtigen, wo sie benötigt wird. Hogue-Gummigriffe unterstützen einen sicheren Griff und bessere Kontrolle beim Schuss. In den USA liegt der Preis bei rund 615,- US-Dollar.
Colt Anaconda in .44 Magnum in der brünierten Version

Man kann ihn kaum als Neuheit bezeichnen – schließlich kam der Colt Anaconda bereits 1990 auf den Markt. Trotzdem verdient der .44-Magnum-Revolver einen Platz in dieser Liste der interessantesten SHOT-Show-Revolver, und auch am Industry Day auf dem Schießstand war er ein echter Publikumsmagnet. Mit der neuen Ausführung erfüllt Colt endlich einen Wunsch, den Enthusiasten seit Jahrzehnten äußern: eine brünierte Anaconda. Die neue Version wird mit 4-, 6- und 8-Zoll-Lauf erhältlich sein, natürlich weiterhin im Kaliber .44 Magnum. Wie bei den aktuellen Revolvern der Python-Serie lässt sich auch die brünierte Anaconda jetzt mit Optik-Montageplatten ausrüsten, die sich bündig in das Colt-Design einfügen und die schnelle Montage eines Rotpunktvisiers ermöglichen. Die Platten sind mit den gängigen Footprints Shield RMSc und Holosun 507K kompatibel. Freunde klassischer Revolver dürften außerdem die mehrschichtigen Holzgriffe mit dem ikonischen Goldmedaillon schätzen: Sie ersetzen die schwarzen, einteiligen Gummigriffe der bisherigen Ausführung, die zwar sehr komfortabel waren, optisch aber deutlich „taktischer“ wirkten.
Bonus: der dreifach gestapelte REV RI Loader

Der Speedloader ist ein Zubehörteil, das weitgehend dem Schicksal des Revolvers gefolgt ist und heute vor allem im Sport – etwa im IPSC-Revolverschießen – eine feste Rolle spielt. Im Kern handelt es sich um eine zylindrische Ladehilfe, die Patronen (typischerweise sechs) in der richtigen Anordnung bereithält und sie nach dem Ansetzen an die Trommel durch Drehen eines Knopfs oder per Druckmechanismus gleichzeitig in die Trommelkammern freigibt. Auf dem Papier ist das effizient, in der Praxis – insbesondere aus taktischer Sicht – bedeutet es jedoch zusätzliche Handgriffe beim ohnehin langsameren Revolver-Reload. Deshalb greifen viele Schützen lieber zu Moonclips, die je nach Revolver und Disziplin oft schneller und eindeutiger zu handhaben sind. Es gibt aber auch Hersteller, die den Speedloader ins 21. Jahrhundert holen wollen: REV Industries zeigte auf der SHOT Show mit dem RI Loader eine Art „Speedloader auf Steroiden“. Das System kombiniert einen klassischen 6-Schuss-Speedloader (Single-Stack) mit einer Hochkapazitätslösung im selben Gehäuse – je nach Ausführung lassen sich so bis zu drei komplette Ladungen für einen Revolver mitführen, also insgesamt bis zu 18 Patronen. Den RI Loader gibt es für Revolver in .38 Special/.357 Magnum (je nach Variante für 5- oder 6-schüssige Trommeln) sowie für .44 Magnum und .45 Colt (6-schüssig). Preislich liegt das System bei rund 25,- US-Dollar und damit erstaunlich niedrig.
Wie gewohnt nimmt unsere Messeberichterstattung 2026 nach diesem Rückblick erst richtig Fahrt auf: Wir berichten für Sie vom 23. Februar bis 01. März 2026 an allen Messetagen von der EnforceTac und IWA OutdoorClassics 2026 direkt aus den Hallen in Nürnberg! Also regelmäßig reinschauen!










