KAHR ARMS: Desert Eagle 1911 G und C

MAGNUM RESEARCH Desert Eagle 1911 G
MAGNUM RESEARCH´s 1911er Desert Eagle wird von BUL Ltd. hergestellt.

Die folgenden Ausführungen beleuchten die technische Verarbeitung und Präzision beider Modelle und zeigen wie gut die Marktchancen der Pistolen-Neulinge sein können. Zurzeit werden zwei Varianten angeboten, die „Desert Eagle 1911 G“ als Fullsize-Modell und eine Commander-Ausführung namens „Desert Eagle 1911 C“. Beide sind technisch völlig identisch und unterscheiden sich nur in ihrer Lauflänge.

Unser Blick geht auf das Fullsize-Modell, die ausgewachsene 1911 G. Die vorliegende Waffe ist gemäß Bestempelung auf dem Griffstück in Israel von der Bul Ltd. gefertigt. Eine Kooperation mit KAHR ARMS, die jedoch am Ende in einer US-Produktion münden soll. Das jedenfalls ist die Information, die uns aktuell vom Importeur vorliegt.


Ausstattung der Desert Eagle 1911 G

Obwohl die Pistole mit einem UVP von 1.099 Euro zur Standardklasse zählt, weist sie bereits ab Werk eine Vielzahl an Ausstattungsdetails auf, die in dieser Preiskategorie nicht unbedingt state of the art sind. 

MAGNUM RESEARCH Desert Eagle 1911 G
Die achtschüssigen Magazine stammen vom italienischen Hersteller Mec-Gar. MAGNUM RESEARCH liefert bei der Desert Eagle zwei davon mit

Zur Grundausstattung gehören ein mit breiten Griffrillen (Serrations) vorn und hinten versehener Schlitten, ein Ultraleichthahn, eine praxisgerechte, seitlich driftbare Standkimme im Novak-Design samt verstifteten und damit austauschbaren Korn mit Lichtreflexionen mindernder Schraffur, ein griffiger Magazinlöseknopf, ein gelochtes Aul-Züngel á la Videki mit von außen verstellbarer Triggerstop-Schraube.

 

Weiterhin eine aus Stainless-Material gefertigte, bis zur Mündung reichende Federführungsstange, ein verlängerter Daumensicherungsflügel, ein weit ausgeschnittenes Auswurffenster, ein High Grip Beavertail, also eine hoch geschwungene Griffstücksicherung mit Memory-Buckel.

 

Zwei mit erhöhten Böden versehene Magazine sowie fein geriffelte, per Inbusschrauben montierte, Griffschalen aus Nussbaumholz gehören bereits ohne Aufpreis zur Grundausstattung.


Finish und Passungen der Desert Eagle 1911 G

Rein äußerlich zeigte sich die vorliegende Desert Eagle 1911 G auch hinsichtlich Verarbeitung, Finish und Passungen von der besten Seite. Sowohl das Griffstück als auch der aus einem Stahlblock gefrästen Schlitten mit seinen mattschwarz glänzenden Oberflächen ließen sich selbst bei kritischer Betrachtung fast keine Werkzeugspuren erkennen. Die Passungen zwischen Griffstück, Schlitten und Lauf würden mancher Custom-Pistole zur Ehre gereichen, denn weder im geschlossenen noch im offenen Zustand war trotz intensiven Rüttelns auch nur das geringste Klappern zu vernehmen. 

Wenn sich dieser Qualitätseindruck im nicht sichtbaren Inneren fortsetzen sollte, wäre der 1911er-Markt wahrhaftig um ein ernstzunehmendes Exemplar reicher. Also ging es ans 1911er-typische Zerlegen, das wie folgt von statten geht: Nach dem Entfernen des Magazins und der obligatorischen Sicherheitskontrolle drückt man die Hülse der Federführungsstange nach innen und dreht gleichzeitig die Laufbuchse im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag. Jetzt lässt sich die Verschlussfeder samt Hülse nach vorne herausziehen. Anschließend wird die Laufbuchse bis zum Stopp gegen den Uhrzeigersinn gedreht und nach vorne aus dem Schlitten entnommen. Dann wird der Verschluss so weit zurückgezogen, dass die Aussparung genau über der Nase des Verschlussfanghebels liegt, damit dieser von rechts aus dem Griffstück gedrückt werden kann. Danach lässt sich das Oberteil nach vorne abziehen, sodass die massive, einteilige Federführungsstange entnommen und der Lauf nach vorne aus dem Schlitten gezogen werden kann. Das Zusammensetzen erfolgt in genau umgekehrter Reihenfolge. 

MAGNUM RESEARCH Desert Eagle 1911 G
Die Desert Eagle 1911 G. von MAGNUM RESEARCH besitzt Government-typisch eine konventionelle Mündungsbuchse mit durchlaufender langer Federführungsstange.
MAGNUM RESEARCH Desert Eagle 1911 G
Die Kimme bietet ein sauberes, kontrastreiches Visierbild. Sie lässt sich wie das Korn nur seitlich verstellen.

Das Innenleben der MAGNUM RESEARCH Desert Eagle 1911 G

Auch zerlegt präsentierte sich die vorliegende Desert Eagle 1911 G in guter Form. Die minimalen Werkzeugspuren muss man fast schon mit der Lupe suchen und auch im Innenbereich von Schlitten und Griffstück schien die mattschwarze, samtschimmernde Beschichtung makellos aufgebracht worden zu sein. Selbst die Feder und Züge des rampenlosen Stainless-Laufes glänzten wie ein Spiegel, das Patronenlager war absolut riefenfrei.

Insgesamt gesehen ist das eine Verarbeitung und Oberflächenbehandlung, die für diese Preisklasse absolut in Ordnung geht. Damit ist die Desert Eagle G als hochwertige Ausgangsbasis für eine edle Custom-Pistole der Kategorie "Oberliga" geradezu prädestiniert. So könnten die 1911er-Modelle von MAGNUM RESEARCH zum Preis-Leistungs-Maßstab für viele andere Nachbauer dieser auch heute noch überaus beliebten Pistolenreihe werden.

MAGNUM RESEARCH Desert Eagle 1911 G
In Ihrem Inneren setzt die Desert Eagle 1911 G. auf bewährte Technik. Auch das Sicherungssystem entspricht dem klassischen Standard. Eine automatische Schlagbolzensicherung gibt es bei der Pistole von MAGNUM RESEARCH nicht.

Das Handling der Desert Eagle 1911 G:

Wer sich mit 1911er-Pistolenkonstruktionen auskennt, kommt sofort mit der Waffe zurecht, zumal die sinnvollen Ausstattungsdetails die Bedienung vereinfachen: Durch die weit nach ober geschwungene Griffstücksicherung (High Grip Beavertail) lässt sich die Pistole schon dicht unterhalb der Laufseele greifen und deshalb im Schuss hinsichtlich Rückstoß und Hochschlag sehr gut kontrollieren. Der markante Buckel am unteren Ende des Biberschwanzes, die sogenannte Memory-Taste, gewährleistet eine zuverlässige Deaktivierung dieses Elementes durch den Mausmuskel zwischen Daumen und Zeigefinger beim festen Zupacken der Schusshand. Der verlängerte Sicherungsflügel in schmaler Tactical-Ausführung lässt sich leichtgängig, jedoch mit spürbarem Widerstand bedienen, dafür läuft der Schlittenfanghebel für den Geschmack des Autors etwas zu schwergängig und könnte eine leichte Überarbeitung vertragen. Dank der sehr engen Passungen von Griffstück, Lauf und Oberteil gleitet der Schlitten aus der hintersten Stellung wie auf Schienen nach vorne; das Verriegelungsgeräusch der Waffe ähnelt dem einer sich satt schließenden Tresortür. 

Der Abzug löst nach minimalen Vorzug und anschließender Überwindung eines Widerstands von rund 1.580g (Durchschnittswert aus drei Messungen mit Lyman Electronic Digital Trigger Pull Gauge) leicht kratzend aus, fällt jedoch danach keinen Deut mehr durch. Eine Feinabstimmung des gesamten Auslösemechanismus durch vorsichtiges Polieren der Rastenanlagefläche sowie eine Reduzierung des Auslösewiderstandes um ein paar Hundert Gramm wären auf jeden Fall sinnvoll. Gerade deshalb durfte man sehr darauf gespannt sein, wie sich die unbearbeitete Pistole out of the box im Praxistest bewähren würde. Konnte sie auch in den Bereichen Laborierungstoleranz, Zuverlässigkeit und Präzision den bisherigen Eindruck bestätigen? Auf dem Schießstand muss die Pistole zeigen, ob sie mit verschiedenen Laborierungen auch zu überzeugenden Präzisionsleistungen fähig ist. Einen ausführlichen Testbericht finden Sie auch in VISIER 2/2014. Die Ausgabe können Sie jederzeit im Online-Shop von VS Medien bestellen.


Zeitlos

Wie alle Pistolen im 1911er-Design gehört auch die MAGNUM  RESEARCH Eagle 1911 G mit zu den formschönsten Pistolen, die jemals gebaut wurden. Die groben zusätzlichen Griffrillen im Mündungsbereich des Schlittens sucht man beim Original jedoch vergebens. Durch den verlängerten Sicherungsflügel lässt sich die Pistole schnell feuerbereit machen.


Fazit zur MAGNUM RESEARCH Desert Eagle 1911 G:

Wenn eine über 100 Jahre alte Pistolenkonstruktion in immer mehr Varianten auf den Markt kommt und in diversen Fachpublikationen schon unzählige Male abgehandelt wurde, müssen die neuen Modelle schon starke Anreize bieten, um sie für potentielle Käufer gegenüber der etablierten 1911er-Konkurrenz besonders interessant zu machen. Der neue 1911er-Klon von MAGNUM RESEARCH schafft das gleich in mehrerlei Hinsicht: Mit der ab Werk gebotenen Passungs- und Verarbeitungsqualität sowie der Präzisionsleistung offenbart die „Desert Eagle 1911 G“ zum Einstandspreis von 1.099 Euro nicht nur einen sehr guten Gegenwert, sondern empfiehlt sich auch als Ausgangsbasis für ein konkurrenzfähiges Schießsportgerät der Oberklasse. 


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