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Jagd auf weite Distanzen - Tipps und Tricks

Jede Wildart hat ihre optimale Trefferzone, die abhängig von der Größe des Wildkörpers ist.

Die Trefferzone beim Rehwild hat einen Durchmesser von zirka zehn Zentimetern, bei Sau und Gams bis zu 15 Zentimeter, bei größeren Schaf- und Ziegenarten auch mal 20 Zentimeter und beim Hirsch kann sie bis zu 30 Zentimeter haben. Egal, wie nah oder weit das Wild entfernt steht, diese Zone gilt es sicher zu treffen. 

Eine präzise schießende Büchse schafft mit ausgesuchter Munition einen Streukreis von bestenfalls zwei Zentimetern auf 100 Meter. Auf 300 Meter gerechnet sind das bereits sechs Zentimeter. Dazu kommt die "Schützenstreuung", die wir unter jagdlichen Gegebenheiten mit zirka zwölf Zentimeter auf 300 Meter beziffern – das entspricht rund vier Zentimeter Schützenstreuung auf 100 Meter. Ein unter realen jagdlichen Bedingungen für viele durchaus nachvollziehbarer Wert. Sechs Zentimeter Streukreis der Waffe, plus zwölf Zentimeter Schützenstreuung – das sind dann schon zusammen 18 Zentimeter! So groß sollte die Trefferzone des Stückes Wild mindestens sein, das Sie auf 300 Meter sicher erlegen wollen.

Sie können also die maximale Schussdistanz abhängig von der Größe der tödlichen Trefferzone für jede Wildart sowie der Streuung der Büchse und der des Jägers errechnen: Das sind demnach rund 200 Meter auf Reh, 250 Meter auf Gams, auf Bergschaf und ähnlich großem Wild gut 300 Meter und beim Hirsch könnten es dann, rein rechnerisch gesehen, auch mal 400 Meter sein. Nur sehr geübte Jäger schaffen es unter jagdlichen Bedingungen - vorausgesetzt die drei Komponenten Gewehr, Patrone und Zieloptik sind präzise aufeinander abgestimmt - ihren Streukreis so zu verringern, dass sie ein Reh bis 240 Meter, eine Gams bis 300 und ein Wildschaf bis 350 Meter sicher treffen.

Trefferzonen von Wildarten
Die effektive Trefferzone von verschiedenen Wildarten variiert je nach Größe des Wildes.

Die Rolle des Zielfernrohrs beim Jagen auf weite Distanzen

Auch wenn durch das Zielfernrohr diese Trefferzone entsprechend vergrößert und sie gut zu sehen ist, bleibt sie für das Geschoss immer gleich groß – nur das Zielen wird erleichtert. Doch die Freude über das "Heranzoomen" der Gams wird durch eine einfache physikalische Tatsache gedämpft, denn die so genannte Austrittspupille wird mit zunehmender Vergrößerung kleiner und das Durchschauen entsprechend schwieriger.

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Garanten für sicheres Treffen auf weite Distanzen: stabile Auflage, präzise Büchse und Zielfernrohr mit hoher Vergrößerung

Vor dem Schuss sollten Sie jedoch per Laserentfernungsmesser auf den Meter genau messen, wie weit das Wild entfernt steht. Da Sie zudem die Flugbahn des von Ihnen gewählten Geschosses kennen – Sie haben es auf dem Schießstand auf 100, 200  und 300 Meter geschossen und die passenden Folie auf die Absehenschnellverstellung (ASV) geklebt – werden Sie gegebenenfalls über die ASV korrigierend eingreifen.

Nach dem Messen und Einstellen "mitten ins Ziel" halten zu können, bringt Ruhe und Sicherheit für den Schuss. Ein völlig unterschätztes Problem bei weiten Schüssen ist der Wind und die damit verbundene Windabweichung des Geschosses, je nach Form und Gewicht. Meistens bläst im Gebirge eine Art "Grundwind" um Windstärke drei, eine schwache Brise mit fünf Metern pro Sekunde, bei der die Blätter im Wind leicht bewegt werden. 

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RWS Speed Tip Professional
Das RWS Speed Tip Professional Geschoss im Kaliber .338 Lapua Magnum

Das haben wir in der Praxis erlebt: Unter solchen Bedingungen wird z. B. das 9,7 g ID Classic von RWS aus dem Kaliber .308 Win. bei einer Schussdistanz von 300 Meter bereits um 35 Zentimeter, das 9,1 g HIT Geschoss von RWS aus der 7 Rem. Mag. nur um 20 Zentimeter abgelenkt. Leider kann man die Windabdrift auf der Jagd (noch) nicht messen. Die Richtung der Abweichung, ob nach links oder rechts, oder auch hoch oder tief, kann nicht vorhergesagt werden. Bei spürbarem Wind wird deshalb jeder Schuss zum Glücksspiel. Es muss daher schon vieles zusammenpassen, damit Sie ein Stück Wild auf 300 Meter noch tödlich treffe.

RWS Speed Tip Professional Geschoss
RWS Speed Tip Professional: das Geschoss mit seinen Eigenschaften

Auf diese Anforderungen ist das RWS SPEED TIP PROFESSIONAL spezialisiert. Der geringe Luftwiderstand sichert auch auf weite Distanzen noch hohe Geschwindigkeit und Auftreffenergie. Der schnell ansprechende vordere Geschosskern zerlegt sich nach dem Auftreffen augenblicklich und setzt die noch vorhandene kinetische Energie in eine hohe Sofortwirkung um. Das Ergebnis sind minimale Fluchten auch auf weite Schussdistanz. Das ist vor allem im unwegsamen Gelände wie im Gebirge ein weiterer Trumpf.


Dieser Artikel wurde gekürzt. Den ausführlichen Text finden Sie in PASSION 17.

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