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Was ist Field Target? Der dynamische Outdoor-Schießsport im Überblick!

Field-Target-Schütze visiert mit Luftgewehr mit Zielfernrohr Stahlziele in der Entfernung an

Das Field-Target-Schießen ist eine junge und dynamische Schießsportdisziplin, die wöchentlich neue Schützen für sich gewinnt und begeistert. Doch was macht die Faszination dieser Jagd-Simulation aus? Gemeinsam mit AirGhandi bringen wir Licht ins Dunkel und stellen den Schießsport Field Target vor.

Das Team von all4shooters.com // AirGhandi


"Das Field-Target-Schießen (FTS) mit Luftdruckwaffen ist die unblutige Simulation der in Großbritannien populären Jagd auf Kleintiere mit dafür geeigneten Luftgewehren. Er wird dort, aber auch in Irland, in den Niederladen, in Norwegen, in Portugal und in den USA von Vereinswettbewerben über regionale (Landes-) Meisterschaften, Bundes- und Weltmeisterschaften sportlich betrieben.", das schreibt der Bund Deutscher Sportschützen 1975 e.V. (BDS) im Sporthandbuch Field Target.

Der Schießsport ist auf den britischen Inseln aber nicht nur sehr beliebt, sondern dort zu Trainingszwecken für Luftgewehrschützen ursprünglich entstanden. Der Hintergrund: In England ist sogenanntes "Pesting" erlaubt, also die Jagd mit Luftgewehren auf z.B. Ratten und Tauben. In der Zwischenzeit hat sich das Field-Target-Schießen in Großbritannien übrigens zu einem wahren Breitensport entwickelt.

Field-Target-Schießen schnell und einfach erklärt

Eins gleich vorweg: Field Target ist ein faszinierender Sport, macht einfach Spaß und hat einen großen Suchtfaktor. Es verwundert also kaum, dass der Schießsport immer mehr enthusiastische Anhänger für sich gewinnt. Im Grunde ist Field-Target-Schießen eine sportliche Jagd-Simulation, die im Freien mit Präzisionsluftgewehren mit mittlerer bis hoher Mündungsenergie ausgeübt wird.

Field-Target-Schütze im sitzenden Anschlag
Field Target ist eine sportliche und unblutige Jagdsimulation bei der zumeist auf Tiersilhouetten geschossen wird.

Geschossen wird dabei zumeist auf lebensgroße und naturgetreu bemalte Metallsilhouetten von Kleintieren. Das sind z.B. Eichhörnchen, Kaninchen, Krähen, Ratten und weitere – eben typisches, mit einem Hochleistungsluftgewehr jagdbares Wild. Auch interessant: Das Ziel muss nicht zwingend eine Tiersilhouette sein, sondern kann auch einfach nur eine geometrische Form darstellen.


Jedes Field-Target-Ziel ist mit einer Trefferzone (Hit-Zone oder Kill-Zone genannt) als Loch in der Silhouette versehen, die vom Luftgewehrschützen anvisiert werden muss. Grundsätzlich entspricht die Hit-Zone der Region mit den lebenswichtigen Organen des Tieres. Nun ja, der Sport hat halt einen jagdlichen Hintergrund. Hinter der Trefferzone befindet sich weiterhin ein auffällig rot, gelb oder orange gefärbtes, löffelartiges Metallteil. Dieses heißt Paddle und ist das eigentliche Ziel.


Ein direkter Treffer in die Hit-Zone lässt die gesamte Tiersilhouette als symbolischen Tod nach hinten umkippen. Fehlschüsse oder Silhouettentreffer führen lediglich zur Frustration des Schützen. Diese Ziele werden beim Field Target übrigens Klappziele genannt. Daneben gibt es aber auch noch sogenannte Wiederauferstehungsziele mit einem anderen Funktionsprinzip und 2 Trefferzonen. Diese Ziele dürfen allerdings nur in vereinsinternen Wettkämpfen verwendet werden.

Was macht Field Target denn nun so spannend?

Erlaubt ist beim Field-Target-Schießen jede denkbare Schießposition. Zumindest solange nur der Körper des Schützen als Waffenstütze dient. Als Standardposition gilt jedoch "sitzend". Der Ablauf des Schießsports lässt sich grob zusammenfassen als Ziel erkennen, Entfernung einschätzen, Zielfernrohr entsprechend anpassen und dann auf das Stahlziel schießen.

Field-Target-Schütze im knienden Anschlag stellt sein Zielfernrohr auf dem Luftgewehr ein
Beim Field-Target-Schießen ist jede denkbare Schießposition erlaubt, sofern nur der Körper des Luftgewehrschützen als Waffenstütze dient.

Den besonderen Reiz des Sports machen dabei nicht nur die anfangs unbekannten Entfernungen, sondern auch der Höhenunterschied zwischen Schützen und Ziel, Wind und Wetter sowie sich wandelnde Lichtverhältnisse aus. Die Schützen beobachten das Gras und umstehende Büsche, um den Wind einzuschätzen und womöglich Horizontalkorrekturen vornehmen zu können. Sie stellen sich auf das Wetter ein und versuchen mit wechselndem Gegenlicht zurechtzukommen. Und das alles unter Zeitdruck. Doch wie gleicht man die äußeren Einflüsse am besten aus? Das ist und bleibt eine der großen Herausforderungen für alle Field-Target-Schützen.


Die Attraktivität des Field-Target-Schießen liegt aber ebenso auch darin begründet, dass Reglementierungen der Sportschützen und Limitierungen der Ausrüstung auf ein Minimum beschränkt sind. Es gilt "lediglich" einfache Grundregeln zu befolgen, um einen spannenden und zugleich entspannten Tag beim Sportschießen verbringen zu können. Field Target ist also eine unkomplizierte, dynamische und junge Schießsportdisziplin, die den Schützen viel Können und Schießfertigkeit abverlangt. Dabei präsentiert sich der Sport stets besonders abwechslungsreich und flexibel – Langeweile etwa kennen Field-Target-Schützen nicht. 

Sportschütze im stehenden Anschlag beim Field-Target-Schießen
Der Schießsport Field Target ist spannend, abwechslungsreich und unkompliziert. Dabei macht die sportliche Jagd-Simulation einfach Spaß und hat einen enormen Suchtfaktor.

Der Schießsport Field Target in Deutschland

Luftgewehrschütze kniend im Anschlag beim Field-Target-Schießen
Beim Field Target sind generell Einzellader-Luftgewehre jeden Kalibers bis 6,5 mm zugelassen. Der übliche Standard in Deutschland sind jedoch 4,5 mm.

Die "unblutige Jagdsimulation" ist vor einigen Jahren schließlich auch hier in Deutschland angekommen. Seit 2000 zählt Field Target zum offiziellen Sportprogramm des BDS. Und so werden neben im ganzen Land verteilten Cups, Wettkämpfen oder gar Wettkampfserien mittlerweile jährlich auch deutsche Meisterschaften ausgetragen. 


Dabei sind die deutschen Regeln weitestgehend an die der American Airgun Field Target Association (AAFTA) und British Field Target Association (BFTA) angelehnt. Zusätzlich haben sich aber natürlich auch die besonderen gesetzlichen Bestimmungen für Luftgewehre in Deutschland auf das Regelwerk ausgewirkt.


Seit dem Jahr 1998 gibt es mit der World Field Target Association (WFTA) übrigens einen Welt-Dachverband für die Sportart. Grundsätzlich kann jeder Verein, Club oder Verband, in dem Field Target mit Luftgewehren sportlich geschossen wird, Mitglied werden. 

Field Target: mit Luftdruckwaffen und Zielfernrohren

Das schlichtweg beste Luftgewehr für das Field-Target-Schießen gibt es nicht, schließlich hängt diese Aussage direkt mit der persönlichen Vorliebe zusammen, aber natürlich auch von der Wettbewerbsklasse ab, in der man antritt (s. unten). Die gute Nachricht ist aber, dass sich extrem viele Luftgewehre für den Schießsport nutzen lassen. Zugelassen sind generell Einzellader-Luftgewehre jeden Kalibers bis 6,5 mm, in Deutschland schießt jedoch kaum ein Schütze etwas anderes als 4,5 mm. Klar ist, dass die Waffen den geltenden gesetzlichen Bestimmungen entsprechen müssen. In puncto Lauflänge gibt es keinerlei Vorschriften, die höchste zulässige Mündungsenergie beträgt 16,3 Joule. 

Zudem ist jede konventionelle (im Sinne des deutschen Waffengesetzes zulässige) Visierungsart erlaubt. In der Regel wird hier natürlich zu Zielfernrohren in ganz unterschiedlichen Preisklassen gegriffen. Auch was die Munition angeht, haben die Luftgewehrschützen freie Wahl: Jede Art von Diabolos und Rundkugeln für alle zulässigen Waffen sind erlaubt. Sie müssen jedoch aus Blei, Bleilegierung, Zinn, Zink oder Zinklegierung bestehen.



Beim Field Target Schießen gibt es 5 Wettbewerbsklassen:


Klasse 1:Offene Klasse mit WKB-pflichtigen Pressluftgewehren
(E0 maximal 16,3 Joule)
Klasse 2:Offene Klasse mit WBK-pflichtigen Feder- und Gasdruckkolbenluftgewehren
(E0 maximal 16,3 Joule) mit Prellschlag
Klasse 3:Freie Klasse (E0 maximal 7,5 Joule) Pressluft- und CO2-Gewehre
Klasse 4:Freie Klasse (E0 maximal 7,5 Joule) Feder- und Gasdruckkolbenluftgewehre
mit Prellschlag
Klasse 5:Freie Klasse (E0 maximal 7,5 Joule) Feder- und Gasdruckkolbenluftgewehre
mit Prellschlagkompensation jeder Art


Waffengesetz in Deutschland:

Wir stellen Ihnen die Waffenbesitzkarte – kurz WBK – vor.

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