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10. Deutsche Meisterschaft IPSC Rifle 2015

Runder Geburtstag: Zum zehnten Male wurde die Deutsche Meisterschaft im dynamischen Gewehrschießen mit neuen Teilnehmer-Rekordzahlen ausgetragen.

Der zehnte Jahrestag wird gemeinhin auch Rosenhochzeit genannt und unserer Meinung nach kann das dynamischen Gewehrschießen in Deutschland nach der Anfang Mai auf der BDS Schießanlage in Philippsburg stattgefundenen 10. Deutsche Meisterschaft IPSC Rifle in eine rosige Zukunft blicken.

Das Team von all4shooters.com // Marijan Loch (caliber)

Nicht nur, dass die am Wochenende vom 08. bis 10. Mai 2015 abgehaltene deutsche IPSC Rifle Meisterschaft ein rundes Jubiläum feiern durfte. Obendrein verzeichnete sie mit insgesamt 172 Startern aus Deutschland, Norwegen, Tschechien, Frankreich, Österreich und der Schweiz einen Teilnehmerrekord; hierbei starteten 145 Schützen in der Open Semi-Auto Division und 27 Schützen in der Standard Semi-Auto Division. Im Vorfeld gingen die Veranstalter bereits von einem recht hohen Andrang aus, weshalb die Anmeldung zunächst nur für BDS Mitglieder freigeschaltet wurde. Und sie sollten auch nicht enttäuscht werden. Bereits nach wenigen Minuten war das Match hoffnungslos ausgebucht.

Akkurate Akrobaten: Körperlich anstrengende, ungewöhnliche Schießpositionen mit teilweise verkanteter Waffe gehören bei "IPSC Rifle" zum Standardrepertoire.
Akkurate Akrobaten: Körperlich anstrengende, ungewöhnliche Schießpositionen mit teilweise verkanteter Waffe gehören bei "IPSC Rifle" zum Standardrepertoire.
Akkurate Akrobaten: Körperlich anstrengende, ungewöhnliche Schießpositionen mit teilweise verkanteter Waffe gehören bei "IPSC Rifle" zum Standardrepertoire.
Akkurate Akrobaten: Körperlich anstrengende, ungewöhnliche Schießpositionen mit teilweise verkanteter Waffe gehören bei "IPSC Rifle" zum Standardrepertoire.

Für das Stage-Design auf der BDS Schießanlage im baden-württembergischen Philippsburg war Markus Wohlmuth verantwortlich. Der Bundessportleiter Langwaffe bauten zwölf Übungen mit einer Mindestschusszahl von 218 auf. Mit Blick auf die mit riesigen Schritten näher kommende Europameisterschaft im dynamischen Gewehrschießen nach den Regeln des Weltverbandes International Practical Shooting Confederation (IPSC) ließ er es sich nicht nehmen, ein überaus anspruchsvolles und technisch forderndes Match zu gestalten.

Neben Entfernungen von drei bis 300 Metern wurde von den Teilnehmern auf den sechs Short-Courses, vier Medium-Courses und zwei Long-Courses nahezu die volle Bandbreite an Schießfertigkeiten abverlangt. Nur hinsichtlich der verwendeten Zielmedien wurde etwas Zurückhaltung geübt. So wurde gänzlich auf die Verwendung von A3 bzw. A4 Scheiben verzichtet – lediglich auf einem der Long-Courses wurden zwei Wurfscheiben eingesetzt. Ansonsten wurde nur auf Classic und Mini Classic Scheiben sowie Stahlscheiben in unterschiedlichen Größen zurückgegriffen.

Neben Entfernungen von 3 bis 300 Metern wurde den Teilnehmern auf den sechs Short-Courses, vier Medium-Courses und zwei Long-Courses nahezu die volle Bandbreite an Schießfertigkeiten abverlangt.
Neben Entfernungen von 3 bis 300 Metern wurde den Teilnehmern auf den sechs Short-Courses, vier Medium-Courses und zwei Long-Courses nahezu die volle Bandbreite an Schießfertigkeiten abverlangt.

IPSC Rifle: Viele Wege führen zum Ziel

Auf dem 300-Meter-Schießstand war in diesem Jahr lediglich ein Medium-Course aufgebaut. Dabei waren von zwei Pritschen liegend zwei Classic Scheiben auf weniger als zehn Meter, acht Stahlplatten auf 250 Meter und vier weitere Classic Scheiben auf 300 Meter zu beschießen. 

Die wohl anspruchsvollsten Stages fanden sich wieder einmal auf den vier 200-Meter-Ständen. Hier tummelten sich im Entfernungsbereich von 50 bis 200 Meter Mini Targets, Classic Targets, rechteckige Stahlplatten und jede Menge Popper. Auch wenn in der Mehrzahl der Stages die Möglichkeit bestand, die Waffe anzustreichen oder aufzulegen, musste andernorts unweigerlich stehend freihändig geschossen werden.

Apropos angestrichene Schießposition: Neben den diversen Anschlagstechniken beim Anstreichen der Waffe war interessant zu beobachten, dass die Topplatzierten in der Open Semi-Auto Division größtenteils versuchten, das Anstreichen zu vermeiden und stattdessen lieber überlange Zweibeine nutzen oder gleich liegend schossen.

Angestrichen oder aufgebockt: Einige Topschützen der Open Semi-Auto-Waffenklasse verzichteten auf weiteren Distanzen auf angestrichene Schießpositionen, wie hier zu sehen,
Angestrichen oder aufgebockt: Einige Topschützen der Open Semi-Auto-Waffenklasse verzichteten auf weiteren Distanzen auf angestrichene Schießpositionen, wie hier zu sehen,
und nutzten stattdessen lieber Zweibeine oder Liegend-Positionen.
und nutzten stattdessen lieber Zweibeine oder Liegend-Positionen.

Auf den 25-Meter-Ständen ging es dann wieder etwas dynamischer zu, wobei zwei Parcours eher zu Akrobatikeinlagen mutierten. So mussten bei einer Übung von einer Pritsche durch eine sehr niedrige Öffnung halbe Classic Scheiben in beiden Seiten- und im Hauptkugelfang beschossen werden. Insbesondere die letzten Scheiben im Seitenkugelfang machten es hierbei erforderlich, sich fast auf den Rücken zu drehen, um die Ziele noch aufnehmen zu können.

Georg Gonglach, neuer Vizemeister 2015 in der Standard Klasse, in Aktion.
Georg Gonglach, neuer Vizemeister 2015 in der Standard Klasse, in Aktion.
Überlange, runde Handschutzsysteme sind (neben vielen weiteren Tuningmaßnahmen) bei den Wettkampfwaffen in der Offenen und Standard Klasse en vogue.
Überlange, runde Handschutzsysteme sind (neben vielen weiteren Tuningmaßnahmen) bei den Wettkampfwaffen in der Offenen und Standard Klasse en vogue.
Nur wenige Schützen nutzen Gewehre, die im Erscheinungsbild noch an das originale M16/M4 und AR-15 erinnern.
Nur wenige Schützen nutzen Gewehre, die im Erscheinungsbild noch an das originale M16/M4 und AR-15 erinnern.
Der Autor, Marijan Loch, bei seiner ersten Deutschen IPSC Rifle Meisterschaft.
Der Autor, Marijan Loch, bei seiner ersten Deutschen IPSC Rifle Meisterschaft.

Die andere Übung war dem Hörensagen von einer Stage beim diesjährigen Bükk Mountain Rifle Open Match inspiriert und wird so auch bei der kommenden Europameisterschaft erwartet. Bei dieser Stage konnten die Ziele – allesamt Classic Targets – nur durch zwei extrem schmale, diagonale Öffnungen beschossen werden. Die Schlitze waren dabei so schmal, dass die Waffe fast unweigerlich verkantet werden musste. So mancher Schütze erlebt hier sein blaues Wunder und hatte buchstäblich ein Brett vor dem Kopf beziehungsweise seinem Visier.

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