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Neue Schießdisziplin "Carry Optics": GLOCK 17 und GLOCK 19 M.O.S. Pistolen im Test

Glock Pistole G19 MOS
Eine GLOCK G19 Gen 4 M.O.S. wird durch das aufgesetzte MRDS in den Maßen nur wenig verändert und passt in die meisten Tragevorrichtungen des Standardmodells

Normalerweise haben die Akteure im dynamischen Pistolenschießen viele Impulse für heutige "Standards" in der Waffenindustrie geliefert. Doch wie USPSA-Präsident Phil Strader mitteilte, musste sich der US-Verband erstmals nach einem von der Industrie ausgelöstem Trend ausrichten. Mit "Carry Optics" wird provisorisch eine neue Waffenklasse der USPSA angeboten. Der Grund ist einleuchtend: immer mehr seriengefertigte Polymerrahmen-Pistolen in 9 mm Luger sind mit direkter Montage von Minileuchtpunktvisieren („Mini Red Dot Sights“; MRDS) auf dem Verschluss werksseitig vorbereitet. 

Besonders populäre Beispiele dafür dürften beispielsweise die GLOCK M.O.S.-Baureihe, die Smith & Wesson Military & Police MP9 C.O.R.E. oder Walther Q5 Match sein. Das Regelwerk rund um Ausrüstung und Waffen soll in der versuchsweise eingeführten "Carry Optics"-Klasse besonders streng ausgelegt sein, um ein potentielles "Wettrüsten" zu vermeiden. 

Schießsport "Carry Optics" im Detail

Im Grunde genommen handelt es sich um eine Spielart der heutzutage in der internationalen IPSC-Welt ohnehin teilnehmerstärksten "Production Division". Denn die gleichen Pistolenfabrikate und -modelle sind auch für die junge USPSA Carry Optics-Klasse zugelassen. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass auf der Verschlussoberseite ein Minileuchtpunktvisier thront.

Nach USPSA-Regeln darf eine Carry Optics-Pistole mit Magazinkapazität für 10 Patronen nicht mehr als 35oz (992 Gramm) wiegen. Die erlaubten internen/externen Modifikationen (Politur von Kleinteilen, Federaustausch, Visierung) entsprechen weitgehend dem Production Division-Regeln. Es dürfen OEM-Schlitten und -Läufe für den Büchsenmacher-Bau einer Carry Optics-Pistole genutzt werden, wenn sie in den Dimensionen und Konturen dem Original entsprechen. 

Glock Pistole mit Visier und mit Leuchtpunktvisier
GLOCK MOS-Modelle: Auf Kurzdistanzen ist zumindest der geübte Schütze bei gleicher Trefferleistung unter Umständen mit der mechanischen Visierung schneller als mit einem MRDS. Letztlich aber als einer Frage der Routine.

Gewichtsreduzierende Fräsarbeiten im Verschluss sind zulässig, wenn sie vom Pistolenhersteller serienmäßig gefertigt werden. Ausgesprochene "Race Gun"-Wettkampfholster sind natürlich verboten. Es wird spannend zu beobachten sein, wie das Equipment der harten IPSC-Praxis gewachsen sein wird. Vor allem die Optik ist auf dem marschierenden Schlitten enormen Belastungen ausgesetzt. 

Wenn sich die neue Klasse international durchsetzt, kann man als deutscher Schütze mit ein und derselben Pistole gleich in vier IPSC Zentralfeuer-Disziplinen mitmischen: Production, Carry Optics sowie Pistole mit Anschlagschaft mit optischer Visierung und mechanischer Visierung (mit entsprechendem Karabiner-Umrüstkit). Schöne Aussichten!

"Carry Optics" macht aber auch im Hinblick auf die demographische Entwicklung Sinn: nicht mehr ganz "taufrische" Schützen mit altersbedingter Fehlsichtigkeit würden besser treffen. Zumal MRDS aber auch für Schützen jeder Altersklasse gerade bei weiten Scheiben/schwierigen Zielen hilfreich sind. 

GLOCK 17 M.O.S. und GLOCK 19 M.O.S.

Das "Modular Optic System" (M.O.S.) von GLOCK ermöglicht das Anbringen von Minileuchtpunktvisieren mittels Adapterplatten auf der Schlittenoberseite der Pistole. GLOCK zeigte nach den "langen" Sportpistolen-Modellen G34, G35, G40 und G41 in der "Modular Optic System" (M.O.S.) Konfiguration auf der IWA 2016 die "klassischen" Dienstpistolen: die G17 Gen 4 MOS und die G19 Gen 4 Kompaktversion in 9 mm Luger in der MOS-Variante.

Tino Schmidt mit Glock Pistole
Gerade auf weiteren Distanzen und/oder bei schwierigen Zielmedien kann ein MRDS seine Vorteile ausspielen. Hier caliber-Redakteur und 4-facher deutscher IPSC Production Meister Tino Schmidt mit der GLOCK 17 Gen 4 M.O.S. in Aktion

Die G17 Gen 4 M.O.S. passt regelkonform wie die Faust aufs Auge in die USPSA Carry Optics-Waffenklasse. Der Verschluss wurde in der hinteren Partie zwischen Kimme und Auswurffenster ausgefräst, um eine der vier im Lieferumfang enthaltenen Adapterplatten für verschiedene Minileuchtpunktvisiere montieren zu können. 

Wir konnten die Pistolenmodelle GLOCK 17 Gen 4 MOS und das Kompaktmodell GLOCK 19 Gen 4 MOS bereits testen. Sehen Sie sich hier das Video zum Test an:

GLOCK 17 M.O.S. und GLOCK 19 M.O.S. - Fazit


Die Pistolenmodelle GLOCK 17 MOS und Glock 19 MOS haben Adapterplatten, um Minileuchtpunktvisiere auf dem Verschluss anzubringen. Die United States Practical Shooting Association (USPSA) bietet eine neue Disziplin im Schießsport für solcherart Pistolen an - die Kategorie "Carry Optics". Unserer Meinung nach sind das tolle Aussichten für dynamische Pistolenschützen.


Nähere Informationen zur GLOCK 19 Gen4 M.O.S. Pistole finden Sie direkt auf der Webseite von Glock.

Weitere technische Daten zur GLOCK 17 finden Sie auf der Überblickseite der Pistolenmodelle von GLOCK.

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