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Wiederladen: Vergleichstest von fünf Pulverfüllgeräten

Fünf Pulverfüllgeräte aneinander gereiht

Wiederlader, die mit Ein-Stationen-Pressen ihrem Hobby nachgehen, bevorzugen als Arbeitserleichterung Pulverfüllgeräte. Wir haben fünf Modelle von vier namhaften Herstellern einem ausgiebigen Praxistest unterzogen. Wir zeigen Ihnen, was die Geräte von Lyman, Hornady, Redding und RCBS können.

Das Team von all4shooters.com // Stefan Bader, caliber

Das Quintett der fünf Pulverfüller hat einige Gemeinsamkeiten: Das Pulver wird in einem transparentem Kunststoffbehälter aufbewahrt. Somit ist eine visuelle Kontrolle des Füllstandes immer möglich. Weiterhin dosieren alle Testgeräte die Menge über das Volumen.


Die jeweilige Menge wird über eine Stellschraube in Form eines Zylinders beziehungsweise über einen Schieber (Lyman) verändert. Damit sich nichts während des Arbeitens an dem Gerät verstellt, wird diese Schraube gekontert.

Wiederladen: Lyman Pulverfüllgerät No.55

 Lyman No.55 Pulverfüller
Das vielseitige, präzise Lyman No.55 mit integraler Befestigungsmöglichkeit dosiert als einziges Gerät über drei unterschiedlich große, einzeln zu verstellende Schieber. Der oberste ist mit einer Strichmarkierung versehen.

Seit Jahren erfreut sich das Lyman-Pulverfüllgerät No.55 großer Beliebtheit. Der Grund hierfür dürfte die Vielseitigkeit der Einstellungen sein. Bedienerfreundlich erhält der Gusskörper gleich im Gießprozess zwei Nasen an der Rückseite. Die Klemmschraube ermöglicht die Befestigung des Pulverfüllers an einem Brett bis zu einer Stärke von 30 Millimetern. 


Wer das Gerät auf dem Tisch befestigen will, dem bietet der Hersteller einen stabilen Halter für 48,- Euro an. Trotz des hohen Gewichts empfiehlt es sich, den Halter mit Schrauben oder, wer keine Löcher bohren will, mit Schraubzwingen auf der Tischplatte zu befestigen. 


Im hammerschlag-grau (früher Orange) lackierten Gusskörper ist ein dreiteiliger Messingzylinder für die Dosierung zuständig. Die drei Teile können seitlich verschoben werden.


An der rechten Seite sind zwei Rändel angebracht, die einmal den oberen oder mittleren Schieber bewegen. Während der obere Messingschlitten für Kurzwaffenladungen vorgesehen ist, dient der mittlere Schieber für kleinere Pulverchargen für Gewehrpatronen. Beide Messingschlitten können mittels einer Konterrändelschraube vor Verdrehen gesichert werden.


Für große Pulverdosierungen ist der dritte Schieber einzustellen. Dafür gibt es kein Rändel, er muss manuell bewegt werden. Auch dieser verfügt über eine Konterrändelschraube. Strichmarkierungen auf dem obersten Schieber helfen dabei, einmal festgestellte Einstellung wiederzufinden. 


Der Hebel zum Drehen des Zylinders ist auf der rechte Seite montiert. Das Pulverreservoir misst 9,6 cm in der Höhe. Damit der Inhalt geschützt wird, wird der Behälter mit einer schwarzen Kunststoffkappe verschlossen. Als Zubehör gibt es einen XL-Pulverbehälter (14,90,- Euro). 

Lyman No.55 Pulverfüller im Praxistest

Die leider nur für Rechtshänder ausgelegte Kurbel bewegte sich geschmeidig und leichtgängig. Das große Rändel ist drehbar auf der Hebelwelle gelagert. Zügiges Arbeiten mit Kugel- als auch Blättchen-Pulver ist sehr gut möglich. Stäbchenpulver, abhängig von der Menge, neigen während der Hebelbewegung ab und zu zum Haken.

Lyman No.55 Pulverfüllgerät in Einzelteile
Der oberste Schieber Lyman No.55  der ist mit einer Strichmarkierung versehen.

Eine gleichmäßige Geschwindigkeit während der Bewegung hilft. Sollten sich Pulverstäbchen quer stellen, muss kurzzeitig die Kraft am Hebel erhöht werden, damit diese brechen. Wer dies zu langsam erledigt, gibt dem Gerät Zeit, dass mehr Pulver als gewünscht nachfließt. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie alle Ladungen, die leicht haken, einfach in den Behälter zurückgekippen und die Hülsen neu füllen.


Damit sich der Druck auf die Pulversäule gleichmäßig einstellt, liefert Lyman ein Pulverdach als Metall mit. Optimal ist es etwa ein Zentimeter über dem oberen Rand des Gusskörpers zu platzieren. Das Gerät verrichtet zuverlässig seinen Dienst. Um den Druck über der Pulversäule konstant zu halten, sollte der Vorratsbehälter nicht vollständig entleert werden. Es ist besser, immer einige wenige Zentimeter Pulver über dem Dach zu haben. Die Ladungen werden dadurch konstanter.


Wer möchte, kann ab und zu den auf der Vorderseite des Gerätes angeordneten Klöppel auf das Gehäuse schlagen lassen, sobald sich der Vorrat zu Ende neigt. So lösen sich etwaige festsitzende Pulverpartikel von der Wandung und befördert auch noch das letzte Körnchen aus dem Gerät.


Zur Befestigung an Pressen wird ein Adapter mitgeliefert. Dieser Adapter hat das Innengewinde des Pulverfüllgerätes und das Außengewinde einer Matrize (7/8" x 14). Auch zwei Füllrohre (klein bis Kaliber 7 mm und groß) liegen bei. Verarbeitungstechnisch gibt es an dem Lyman No.55 nichts zu bemängeln.


Der Gusskörper, die Schieber und der Drehhebel sind akkurat gefertigt. Lediglich marginales Spiel der Schiebereinheit im Gusskörper konnte festgestellt werden. Wer die Bedienungsanleitung in der Styroporpackung sucht, wird nicht fündig. Diese wird auf der Unterseite mit der Verpackungsfolie eingeschweißt.

Wiederladen: Hornady Lock-N-Load Standard und Bench-Rest Pulverfüllgeräte

Zwei Hornady Pulverfüllgeräte nebeneinander
Der feine Unterschied: Während das Standard "Lock-N-Load"-Gerät (links) von Hornady lediglich mit einer einfachen Justierschraube kommt, hat die Bench-Rest-Ausführung eine Mikrometerschraube samt beschichtetem Rotor.

Gleich zwei Modelle von Hornady waren im Vergleichstest vertreten: Das Lock-N-Load-Standardmodell mit nicht beschrifteter Justierschraube sowie der Lock-N-Load Bench Rest-Pulverfüller mit Mikrometerschraube.


Beide Geräte lassen sich von rechts auf links umbauen und bei beiden können die gefundenen Einstellungen der Justierschrauben gegen versehentliches Verstellen zur Sicherheit gekontert werden. Ein langer Hebel lagert die große, mit Querrillen versehene Betätigungsrolle. 


Hornady weist mittels eines Aufklebers darauf hin, das komplette Gerät vor dem Einsatz zu entfetten. Zum Reinigen kann der Rotor sehr bequem und vor allem rasch entnommen werden. Dazu ist lediglich auf der linken Seite des Geräts ein federbelasteter Druckstift zu betätigen.

Zubehör für die Hornady Pulverfüllgeräte

Für die Pulverfüllgeräte gibt es eine Vielzahl von Zubehör. Ein Füll-Rohr für Kaliber .17 ist optional erhältlich. Ebenfalls separat kann ein verlängertes Rohr für sehr große Pulverchargen erworben werden. Durch die Länge des Rohres wird dem Schüttgut mehr Zeit zur Ausrichtung gegeben was in einer Erhöhung der Fülldichte resultiert.


Wer mehrere Kaliber lädt und nicht permanent verstellen will, kann sich auch als Zusatzteil separat erhältliche Langwaffen-Einstellschrauben (16,- Euro) zulegen. Einmal eingestellt, braucht nur noch der Knopf links am Rotor gedrückt werden und schon kann zwischen unterschiedlichen Pulverchargen gewechselt werden ohne weitere Einstellungen vornehmen zu müssen.


Für das Standardmodell gibt es ferner als Zubehör einen Kurzwaffen-Rotor samt Einstellschraube für 48,- Euro. Wer nur die Einstellschraube für Ladungen von 0,5 bis 17 Grains wechseln will, kann dies zum Preis von 15,- Euro tun. Als Upgrade gibt es auch Mikrometereinstellschrauben für das Lock-N-Load-Standardgerät. Eine Gewehrkaliber-Mikrometerschraube kostet 41,95 Euro, für die Kurzwaffenkaliber-Variante werden 48,- Euro fällig.

Um das Gerät in Standard- und Bench Rest-Ausführung komplett ohne Demontage entleeren zu können, wird ein Entleerungseinsatz für 15,95 Euro angeboten. Er wird anstatt der Einstellschraube in das Gerät eingesetzt und dient dann als Auslassöffnung. 


Eine Ersatz-Mikrometerschraube für das Bench-Rest-Gerät kostet stolze 89,- Euro. Für die Kurzwaffenvariante werden 48,- Euro fällig. Für das BR-Gerät gibt es ein Set mit zwei Pulverfülleinsätzen. Diese sind für die Bereiche von 80 bis 180 Grains beziehungsweise von 165 bis 265 Grains vorgesehen und kosten im Set 95,- Euro. Die Einstellschrauben des Lock-N-Load Standardmodells passen leider nicht in den Rotor des Bench-Rest Modells.

Hornady Lock-N-Load Pulverfüller im Praxistest

 Hornady Lock-N-Load Pulverfüller
Das Hornady "Lock-N-Load" Bench-Rest in seine Hauptkomponenten zerlegt. Das Gerät kann von rechts auf links binnen Sekunden umgebaut werden.

Hornadys 19 cm hohe Pulverbehälter waren die größten im Test. Ferner waren beide Hornady Pulverfüllgeräte die einzigen im Test, die sich auch bei Röhrchen-Pulver betätigen ließen ohne zu stocken. 


Im Lieferumfang enthalten sind neben einem kleinen und großen Pulverfüllrohr, die Kaliber von .20 bis .45 abdecken, ein Adapter für die Tischbefestigung, zwei Inbusschlüssel, zwei Inbusschrauben und ein Sicherungsring.


Was macht denn jetzt den Unterschied zwischen Standard- und Bench Rest-Modell? 

Während das Standardgerät mit dem Langwaffenrotor für den Bereich von 0,5 bis 265 Grains geliefert wird, deckt die BR-Variante den Dosierbereich von 20 bis 55 Grains ab. Die kleine Dosierkaverne soll für gleichmäßigere Schüttergebnisse sorgen.


Der Mehrpreis beim BR-Modell ist durch die verchromte Dosiereinheit und die exaktere Fertigung begründet. Zudem sind alle beweglichen Teile beschichtet, so dass eine Schmierung nicht erforderlich ist. Die Verarbeitungsunterschiede konnten wir feststellen. Der Langwaffenrotor in der BR-Version drehte sich völlig spielfrei während das Standardmodell geringes Spiel aufwies.


Ob sich der Mehrpreis für die Bench-Rest Version bezahlt macht, erfahren Sie am Ende des Tests. 

Wiederladen: RCBS Uniflow Pulverfüllgerät

Neben vier weiteren Pulverfüllgeräten bietet RCBS immer noch das Urmodell namens "Uniflow" an. Das Gerät ist sowohl für Rechts- als auch Linkshänder ausgelegt. Ein Umbau ist schnell erledigt.

RCBS Tischständer
Hier sieht man den Pulverfüller auf dem äußerst stabilen RCBS Tischständer montiert.

Der 11,9 cm hohe Pulverfüllbehälter mit schwarzer Verschlusskappe aus Gummi kommt leider ohne Pulverdach, das für 11,90 Euro erworben werden kann.


Ein drehbarer Zylinder lagert in dem grün lackierten Gussgehäuse. Der Universalzylinder hat einen Durchmesser von 17,4 mm. Werden Kleinstladungen benötigt, so ist das Modell Uniflow in der Ausführung mit reduzierten Zylinder (Ø 12,4 mm) zu wählen.


Ein stufenlos einstellbarer Messkolben stellt die Gleichmäßigkeit von Dosierung zu Dosierung sicher. Mit einer Mikrometerskala (gibt es als Nachrüstteil für Kurz- und Langwaffe für 69,95,- Euro), sind feinste Einstellungen möglich.


Wer will, kann mit einem Adapter in Form einer Hebelsteuerung damit auch eine progressive Mehrstationen-Presse ausstatten (117,50,- Euro). Der Auslauf ist aus grün-transparentem Kunststoff mit Innenkonus hergestellt. Für Kaliber .17 gibt es für 13,50,- Euro einen passenden Auslauf.


Ab Werk kommt das RCBS Uniflow mit zwei Ausläufen (klein und groß) und einem Adapter zur Befestigung am Tisch. Optional bietet RCBS einen gusseisernen Ständer zur Befestigung auf der Werkbank an (34,95 Euro).

RCBS Uniflow Pulverfüller im Praxistest

RCBS Uniflow Pulverfüllgerät
Das RCBS Uniflow verfügt ebenfalls über eine Verstellungsschraube mit Markierungen.

Die Bedienungsanleitung empfiehlt, ein Pfund Pulver mit der Maximaleinstellung durch das Gerät zu Beginn zu befördern. Dadurch baut sich eine Art Film im Inneren auf, der die Gleichmäßigkeit von Charge zu Charge fördert und somit die Genauigkeit erhöht.


Die Anleitung ist nicht gerade hilfreich hinsichtlich der Angaben zum Zerlegen des Gerätes. Um den Zylinder aus dem Gehäuse entnehmen zu können, muss zuerst die Konterschraube von der Messschraube entfernt werden.


Danach ist die Buchse aus dem Zylinder zu drehen. Nun kann die mit Strich- und Zahlenmarkierungen versehene Messschraube zurück in den Zylinder geschraubt werden und danach durch den Pulverbehälter entnommen werden.

Pulverfüllgerät RCBS Uniflow zerlegt
Das in seine Hauptbauteile zerlegte Pulverfüllgerät RCBS Uniflow.

Auch RCBS weist ausdrücklich darauf hin, dass das Gerät vor Inbetriebnahme gereinigt werden muss. Um die Auswirkungen einer Reinigung aufzuzeigen, haben wir das fabrikneue Gerät aus der Schachtel genommen, mit Hodgdon H380 Pulver gefüllt und 10 Chargen verwogen. Die Standardabweichung betrug 0,47 Grains. Dieser Wert ist eindeutig zu hoch.


Danach wurde das Gerät zerlegt und penibel gereinigt. Wieder wurden 10 Pulvermengen einzeln gewogen. Die Standardabweichung konnte auf 0,20 Grains reduziert werden. Das entspricht einer Verringerung um 57 %. Dieser kleine Test beweist, wie wichtig eine Reinigung von Pulverfüllgeräten vor deren Einsatz ist.

Wiederladen: Redding BR-30 Pulverfüllgerät

Füllgerät BR-30
Die Competition-Matrizensätze nutzen die gleiche Mikrometerschraube zur Einstellung wie das Füllgerät BR-30.

Der Hersteller Redding bietet vier verschiedene Pulverfüllgeräte an, die sich lediglich im Ladebereich unterscheiden. Wir haben das Modell BR-30 getestet, dessen Abkürzung verrät, dass es speziell für Laborierungen von Benchrest-Gewehrschützen ausgelegt wurde. Die favorisierte Charge für das Kaliber 6 mm PPC ist 30 Grains und Redding gibt den optimalen Einsatzbereich des Gerätes mit 10 bis 50 Grains an.


Folglich sind damit extrem kleine Pulverladungen, wie zum Beispiel für Faustfeuerwaffenkaliber im 1500er Bereich mit 2,5 bis 4,0 Grains, nicht möglich. Dafür gibt es wiederum das Modell 10X. Redding bewegt sich preislich in der Oberliga und der hier vorgestellte Pulverfüller ist mit Abstand der teuerste im Quintett.


Gerechtfertigt wird dies durch einen erhöhten Fertigungsaufwand mit minimalsten Toleranzen. Das Gehäuse besteht aus einem hervorragend ausgeführten Guss und in den Oberflächen des perfekt gearbeiteten Zylinders kann man sich fast spiegeln. Dies trägt natürlich zu einer geschmeidigen Betätigung des Zylinders bei, der sich absolut spielfrei im Gehäuse bewegt.


Der Betätigungshebel am BR-30 sitzt auf der rechten Seite und wurde bewusst nicht mit einem drehbaren Rändel ausgestattet. Das etwas höhere Gewicht des Hebels und starre Rändel unterstützen ebenfalls den glatten Arbeitsablauf. Leider lässt sich der Bedienhebel nicht für Linkshänder auf die andere Seite umbauen.

Redding BR-30 im Praxistest

Redding BR-30 Rotor
Die hohe Genauigkeit der Redding BR-30 ist den engen Fertigungstoleranzen und dem beschichteten Rotor geschuldet.

Das Pulverfüllgerät dosiert auch volumetrisch. Eine bequeme und wiederholgenaue Einstellung wird durch eine Mikrometerschraube mit Beschriftung und Strichkennzeichnung, wie man sie auch von den Competition-Matrizensätzen aus gleichem Hause kennt, erreicht. Damit lassen sich einmal gefundene Einstellungen leicht reproduzieren.


Der Behälter mit Stahlblech-Pulverdach und dunkelgrüner Abschlusskappe aus Gummi weist eine Höhe von 11,5 cm auf. Das Redding BR-30 besitzt ein Standardpressengewinde von 7/8"-14 und kann somit in jede Presse montiert werden. Als Pulverausgang ist ein Rohr aus grün- transparentem Kunststoff angebracht, so dass beim Dosieren immer kontrolliert werden kann, ob die Ladung erfolgte.


Ein Innenkonus am Rohrausgang stellt sicher, dass Hülsen bis Kaliber .45 gefüllt werden. Bei größeren Kalibern müssen dann die Finger das Zentrieren übernehmen. Für kleinste Kaliber (.17 bis .20) gibt es einen separaten Auslauf für 13,90,- Euro.


Zum Anbringen des BR-30 an eine Arbeitsplatte oder ein Regalbrett liefert Redding einen entsprechenden Winkel mit. Beim Füllen gab das BR-30 keinen Anlass zur Beschwerde. Sämtliche verwendete Pulversorten arbeiteten damit perfekt. Aufgrund der Genauigkeit erübrigt sich permanentes Nachwiegen der Ladungen.


Wie bei allen Geräten gilt: ein gut gefüllter Pulverbehälter sorgt für ausreicht Druck auf der Säule. Wer möchte, kann das BR-30 auch mit einer Klemme (33,30,- Euro) variabel oder mit einem Ständer (48,50,- Euro) fest am Tisch befestigen. Der Standardpulverbehälter kann gegen drei andere Behälter mit den Größen von 12 cm (12,90,- Euro), 19 cm  (15,90,- Euro) und 25 cm (18,90 Euro,-) getauscht werden.

Die Pulverfüllgeräte von Hornady, Lyman, Redding und RCBS im Test

Pulverfüller Verpackung
Formfrage: Die fünf Pulverfüller wurden mit drei verschiedenen Treibladungsmittelarten in Form von Blattpulver (Hodgon Titegroup), Rohrpulver (Vihtavuori N340) und Kugelpulver (Hodgdon H380) erprobt.

Im Test wurden die drei Treibladungsmittel Vihtavuori N340 (Rohrpulver), Hodgdon Titegroup (Blattpulver) und Hodgdon H380 (Kugelpulver) verwendet. Vor dem Test wurde jedes Dosiergerät zerlegt und der vom Hersteller aufgetragene Rostschutzfilm entfernt.


Die Pulverbehälter wurden mit einem Füllstand von etwa 75 % gefüllt, eine Dosis eingestellt und daraufhin zehn Chargen einzeln gewogen. Dazu diente eine kalibrierte RCBS Charge Master-Waage. 


Gerade bei Röhrchen-Pulver ist nicht jede Dosierung verwendbar. Aufgrund der Länge und Form der Pulverpartikel passiert es oft, dass ein Korn erst gebrochen werden muss. Die Drehbewegung während der Dosierung gerät ins Stocken. Die Folge: die Ladung ist erhöht. Aus diesem Grund wurden nur Messungen, die "glatt" durchliefen, berücksichtigt. Einfacher und besser dosierbar ist Kugelpulver.


Die Ergebnisse sind in der Tabelle zusammengefasst. Wichtigstes Kriterium war die Standardabweichung. Je kleiner dieser Wert ist, desto gleichmäßiger fällt die Dosierung von Charge zu Charge aus.

Pulverfüllgeräte im Überblick

Lyman No.55


Hodgdon H380Vihtavuori N340Hodgdon Tite Group
Mittelwert43,0627,5735,21
Standard-
Abweichung
0,110,130,26

Hornady Lock-N-Load Standard


Hodgdon H380Vihtavuori N340Hodgdon Tite Group
Mittelwert50,6032,9141,59
Standard-
Abweichung
0,000,230,16


Hornady Lock-N-Load Benchrest


Hodgdon H380Vihtavuori N340Hodgdon Tite Group
Mittelwert59,1839,2649,71
Standard-
Abweichung
0,060,090,13

Redding BR-30


Hodgdon H380Vihtavuori N340Hodgdon Tite Group
Mittelwert54,4935,5845,51
Standard-
Abweichung
0,080,150,19


RCBS Uniflow


Hodgdon H380Vihtavuori N340Hodgdon Tite Group
Mittelwert50,9034,6742,61
Standard-
Abweichung
0,200,210,27


Pulverfüllgeräte von Hornady, Lyman und RCBS - das Fazit

Nach Abschluss des Tests haben wir noch aus den jeweiligen drei Standardabweichungen den Mittelwert gebildet. Diese sollte die Reihenfolge festlegen. Testsieger wurde das Lock-N-Load Bench Rest Gerät. Mit allen drei Pulverformen lieferte dieses hervorragende Werte. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist nicht zu schlagen. Einzig die Gussspuren gaben hinsichtlich der Verarbeitungsqualität Anlass zur Kritik, haben aber keinerlei Auswirkungen auf die Praxistauglichkeit des Geräts.


Knapp dahinter positioniert sich das Redding BR-30. Das mit Abstand teuerste Gerät macht sich bezahlt. An das BR-30 kommt im Handling kein anderes Gerät heran. Es arbeitet sehr genau, besonders mit Kugelpulver. Wer das innen wie außen sauber verarbeitete Gerät sein Eigen nennen möchte, muss investieren.


Wer dahingegen lediglich präzise Ladungen erstellen will und auf Äußerlichkeiten weniger Wert legt, ist mit dem Hornady LNL BR (so die Kurzbezeichnung) bestens bedient, für das zudem eine Menge durchdachtes Zubehör offeriert wird.


Das Lyman No.55 besticht durch ein gutes Preis/Leistungsverhältnis. Der dosierbare Pulverbereich ist ausreichend groß. Das Gerät arbeitet besonders mit Kugelpulver sehr exakt. Ein separater Ständer ist dank der angegossenen Schraubzwinge nicht nötig. Ein Pulverdach wird mitgeliefert. 


Eine echte "Nullnummer" legte das Hornady Lock-N-Load-Standardmodell mit Kugelpulver H380 hin. Bei 10 Messungen gab es keine Abweichung. Dafür schmeckte dieser Variante Röhrchen-Pulver überhaupt nicht.


Das ordentlich verarbeitete RCBS Uniflow wird mit zwei unterschiedlichen Füllrohren geliefert und kann zudem bei Bedarf in eine Progressivpresse integriert werden. Das Uniflow wird leider ohne Pulverdach geliefert, das separat erworben werden muss. Einzig mit Blättchen-Pulver hatten alle Testgeräte bis auf das Hornady Lock-N-Load ihre mehr oder weniger großen Schwierigkeiten.

Preise der Pulverfüller aus dem Vergleichstest

Hersteller:LymanHornadyHornadyRCBSRedding
Modell:No.33Lock-N-LoadLock-N-Load BRUniflowBR-30
Preis:139,- Euro108,- Euro169,- Euro140,- Euro304,- Euro

Die Pulverfüllgeräte von Hornady, Lyman und RCBS werden in Deutschland über Helmut Hofmann GmbH vertreiben. Die Preise sind allesamt unverbindliche Preisempfehlungen. (Stand: Januar 2017)



Weitere Informationen zu den beiden Pulverfüllern von Hornady finden Sie direkt auf der Website des Herstellers.

Hier kommen Sie zur Webseite von Lyman und dem Pulverfüllgerät No.33. 

Weitere Informationen zum Pulverfüller Uniflow von RCBS finden Sie direkt auf der Website des Herstellers.

Den kompletten Artikel zum Vergleichstest von fünf Pulverfüllgeräten gibt es in der Ausgabe von caliber 1/2017. Dort finden Sie auch unter anderem die Tabelle mit den technischen Daten. Im VS Medien Online-Shop können Sie die Ausgabe bequem nachbestellen.



Ein all4shooters-Beitrag von 


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