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Test & Technik: Heckler & Koch HK45 Dienstpistole in .45 ACP

Die Heckler & Koch HK45 in Vollansicht

Im Jahr 2007 stellte Heckler & Koch die Polymer-Pistolen HK45 und die Kompaktausführung HK45 C erstmals vor. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Heckler & Koch HK45 zu einem beliebten 45er-Polymer-Modell auf dem nordamerikanischen Zivilmarkt. Die Kollegen von VISIER haben die Großkaliber-Dienstpistole getestet.

Das Team von all4shooters.com // Text: Alexander Orel / VISIER, Fotos: Michael Schippers

Besonders die Zuverlässigkeit und Qualität der Oberndorfer Produkte wird in den USA geschätzt. Der einzige Kritikpunkt war dort lange Zeit der Neupreis der Waffe. Mit über 1.000,- US-Dollar kostete die Heckler & Koch HK45 fast doppelt so viel wie ein vergleichbares Polymer-Modell von GLOCK oder Smith & Wesson.


Technisch handelt es sich bei der Heckler & Koch HK45 um eine leicht weiterentwickelte Version der USP-Generation. Punkten kann die Heckler & Koch HK45 allerdings besonders durch ihre verbesserte Ergonomie. Ursprünglich entwickelten die Oberndorfer Ingenieure die HK45 für das US-Militär. Sie verriegelt mittels eines verbesserten Browning-Systems im Auswurffenster.


Den Rückstoß kompensiert eine gekapselte Schließfeder-Einheit samt Rückstoßpuffer aus Polymer. Das Kunststoff-Griffstück ist auf beidseitige Bedienbarkeit abgestimmt. So finden sich die Schlittenfang- als auch die Magazintasten auf beiden Waffenseiten.


Der Sicherungs- und Entspannhebel sitzt jedoch nur links (V1-Version). Bei der V3-Abzugsversion gibt es keine Möglichkeit zur manuellen Sicherung. Der Hebel bietet hier nur eine reine Entspannfunktion. Die HK45 wird in den Griffstückfarben Schwarz, RAL8000 (Grünbraun) und Oliv angeboten.

Technische Details zur Heckler & Koch HK45 Pistole

Die Sicherung der HK45
Die Bedienelemente liegen an der HK45 Pistole ergonomisch und übersichtlich platziert – den Sicherungshebel gibt es aber nur links.

Beim Abzug-Griff-Design kann die Heckler & Koch HK45 punkten (-0 Punkte). Zwar kommt sie ohne die austauschbaren Seitenplatten, wie sie die SFP9 und die P30 mitbringen, die ergonomische Form des Griffstücks überzeugt aber voll.


Im Gegensatz zum älteren USP-Griffstück bringt der Griff der HK45 drei Fingermulden an der Front, anatomische Seitenflächen und ein austauschbares Rückenmodul mit. Daneben fällt auch der Umfang des Griffstücks geringer aus, als bei Polymer-45ern der ersten Generation. Erreicht wird dies vor allem durch schlankere Magazine mit einer Breite von unter 23 Millimetern.


Die Abzugswertung fällt durchmischt aus (-2 Punkte). Im Double-Action-Modus fällt vor allem der sehr lange Abzugsweg auf. Vorgespannt liegt das Abzugsgewicht mit rund 1.950 Gramm bei einem für Polymer-Pistolen guten Wert, der Druckpunkt ist jedoch nicht trocken.

Die Mündung der HK45
Der wuchtige 45er-Lauf der HK45 wird hinter der Mündung zusätzlich durch einen Kunststoffring geführt.

Im Prüfkapitel Repetierablauf/Sicherheit gab es keine negativen Vorkommnisse und daher auch keine Abzüge (-0 Punkte). Die Visierung bietet drei gelbe, phosphoreszierende Leuchtpunkte. Für eine Dienstpistole ist diese recht einfach gehaltene Visierung ausreichend. Nur die Kimme ist seitlich driftbar. Die Lichthöfe fallen sehr weit aus (-1 Punkt).


Ein Großteil der Bedienelemente lässt sich auf beiden Waffenseiten finden. Lediglich der Sicherungs-/Entspannhebel liegt nur linksseitig vor (-1 Punkt). Die Schlittenfanghebel und die Magazinlösetasten lassen sich vorbildlich mit jeweils nur einem Finger bedienen und weisen eine sehr gelungene Ergonomie auf.


Bei der Waffendemontage muss der Schlittenfanghebel jedoch umständlicher entnommen werden als bei den älteren USP-Modellen. Die Verarbeitung der Waffe zeigt sich absolut hochwertig (-0 Punkte). In der Präzisionswertung erreichte die HK45 48 Punkte (-2 Punkte).

VISIER-Bewertung der Heckler & Koch HK45

VISIER-Bewertung
Punkte
Präzision (max. 50 Punkte)
48 Punkte
Repetierablauf/Sicherheit (max. 10 P.)
10 Punkte
Abzugscharakteristik (max. 10 P.)
8 Punkte
Abzug-Griff-Design (max. 5 P.)
5 Punkte
Bedienelemente (max. 10 P.)
9 Punkte
Visierung (max. 5 P.)
4 Punkte
Verarbeitung (max. 10 P.)
10 Punkte
Gesamtpunktzahl (max 100 P.)
94 Punkte
Testurteil
ausgezeichnet
Prädikat
6 von 6


Die Heckler & Koch HK45  in der Übersicht

Modell:
 Heckler & Koch HK45
Kaliber:
.45 ACP
Kapazität:
10 + 1 Patronen
Lauflänge:
113 mm
Maße (L x B x H):
204 x 39 x 144 mm
Abzugsgewicht:

SA 1.950 g / DA 4.950 g

Gewicht:

990 g (mit leerem Magazin)

Preis:
749,- Euro

Ausstattung: Polymer-Pistole mit Browning-Petter-SIG-System, außenliegendem Hahn, seitlich driftbarer Visierung, Single-/Double-Action-System, taktischer Schiene, auswechselbaren Griffrücken.

Die HK45 zerlegt in ihre Einzelteile
Im Inneren der HK45 setzten die Oberndorfer auf bewährte Technik: ein Browning-System mit unten offener Steuerkulisse und eine gekapselte Schließfeder samt einem Rückstoßpuffer aus Polymer.

Die Heckler & Koch HK45 - das Fazit

Heckler & Koch bietet mit der HK45 eine ergonomisch ausgefeilte und top verarbeitete Polymer-Pistole im Kaliber .45 ACP. Die Präzision der Waffe ist ebenfalls gut. Sportlich wird die Waffe durch ihre Visierung und den nicht gerade trockenen Abzug etwas ausgebremst. Die Heckler & Koch HK45 kommt mit zwei Magazinen, zwei Rückenmodulen und dem Koffer.



Weitere Informationen über die Heckler & Koch HK45 finden Sie auf der Website des Herstellers.

Diese und über 30 Pistolen in .45 ACP wurden im VISIER Special 84 getestet. Das VISIER Special 84 Pistolen .45 ACP III kann im VS Medien Onlineshop bestellt werden.




Ein all4shooters-Beitrag von 


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