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Test & Technik: Colt Commander Pistole im Kaliber .45 ACP

Der Colt Commander von vorne

Colt brachte die erste Commander-Serie bereits im Jahre 1949 auf den Markt. Ende der 1990er stellte Colt die Produktion von Commander und Combat Commander ein. Seit einigen Jahren hat das US-Unternehmen die Pistole nun wieder in unterschiedlichen Versionen im Programm. Bei der Testwaffe handelt es sich nun um eine Colt Commander in der Ganzstahlausführung im Kaliber .45 ACP.

Das Team von all4hunters // Text: Alexander Orel / VISIER, Fotos: Michael Schippers

1949 waren neben dem auf 4,25 Zoll gekürzten Lauf (statt fünf Zoll) der Ringhahn, der kürzere Schlitten samt Lauf und das Leichtmetall-Griffstück die augenscheinlichsten oder spürbarsten Veränderungen der neuen kleinen Government. Aufgrund des Leichtmetall-Unterbaus folgte später der Namenszusatz "Lightweight".


Doch riefen einige Kunden nach einer Ganzstahlversion. Diese folgte dann in den 70er Jahren unter dem Titel "Combat Commander". Nach der Einstellung von Combat Commander Ende der 1990er kommt nun der Colt Commander auf den Markt.


Von der Ausstattung und dem äußeren Erscheinungsbild spricht die Waffe bewusst Traditionalisten an, denn sowohl die Visierung als auch die Bedienhebel wirken rustikal wie einst. Daneben fällt sofort das bekannte Klappern einer Colt 1911 auf. Auch technisch orientiert sich diese aktuelle Auflage an den alten Commander-Modellen.

Technische Details des Colt Commanders

DDie Sicherung der Waffe
Der linksseitige Sicherungsflügel beim Colt Commander ist sehr kompakt gestaltet. Gleichzeitig lässt er sich jedoch gut durchschalten.
Die Frontseite des Colt Commanders
Die Colt Commander setzt an der Front auf eine reguläre Government-Laufführung mittels eines Laufbrillenstücks.

Das sehr schlicht gehalten Commander-Griffstück führt zu einer guten Handlage der Pistole. Das flache Schlagfedergehäuse trägt einige Längsrillen, die für etwas Halt sorgen. Die Front des Griffes ist komplett glatt. Dies sieht zwar schön aus, bietet jedoch wenig Halt (-2 Punkte).


Die seitlichen Griffschalen fühlen sich gummiartig an, geben aber gleichzeitig einen recht guten Seitenhalt. Die Bedienelemente sind bewusst nicht modern gehalten, was Liebhaber klassischer Modelle begeistern sollte. Der Schlittenfanghebel und der Hammer lassen sich gut bedienen. Die linke Daumensicherung ist jedoch etwas stummelig geraten und dementsprechend ergonomisch etwas rückständig (-1 Punkt).


Die Magazintaste wirkt von der Bedienung her etwas zu kratzig (-1 Punkt). Das Abzugsgewicht von knapp über 2.100 Gramm ist für eine kompakte SA-Pistole noch in Ordnung. Der extrem kurze Vorzug im Verbund mit einem keineswegs trockenen Druckpunkt können hingegen nicht überzeugen (-3 Punkte).


Die Drei-Punkt-Visierung mit seitlich driftbarer Kimme wirkt zwar schlicht, ist in dieser Pistolen-Klasse aber üblich. Das Visierbild dürfte indes etwas kontrastreicher rüberkommen (-1 Punkt). Im Prüfabschnitt Repetierablauf/Sicherheit konnte auch diese Commander-Spielart voll überzeugen. Weder produzierte sie eine Repetier- noch eine Zuführungsstörung. Die Waffe arbeitete in allen Bereichen stets höchst zuverlässig (-0 Punkte).


In der Außenverarbeitung zeigt sich die Colt absolut sauber. Es gibt keine sichtbaren Mängel auf den Oberflächen. Im Inneren finden sich ein paar minimale Werkspuren (-1 Punkt), aber keine groben Schnitzer. Die Toleranzen zwischen Verschluss und Griffstück sind allerdings sehr grob. Nicht nur ein seitliches Rattern, auch ein sehr leichtes Anheben des Schlittens ist möglich (-3 Punkte).


Auch das Beavertail sitzt sehr locker und ratternd im Heck (-1 Punkt). Für eine Colt Pistole sind diese Toleranzen jedoch normal, sie gehören sozusagen zum Charme der Pistole. Der Fairness halber müssen sie trotzdem in den Test einfließen.


Bei der Präzisionswertung hat die kleine Colt das Test-Team überrascht: Trotz eines klappernden Schlittens erzeugte die Waffe einen Bestwert von 17 Millimetern. Dies sichert ihr die volle Punktzahl in der Präzisionswertung (-0 Punkte).

VISIER-Bewertung des Colt Commanders

VISIER-Bewertung
Punkte
Präzision (max. 50 Punkte)
50 Punkte
Repetierablauf/Sicherheit (max. 10 P.)
10 Punkte
Abzugscharakteristik (max. 10 P.)
7 Punkte
Abzug-Griff-Design (max. 5 P.)
3 Punkte
Bedienelemente (max. 10 P.)
8 Punkte
Visierung (max. 5 P.)
4 Punkte
Verarbeitung (max. 10 P.)
5 Punkte
Gesamtpunktzahl (max 100 P.)
87 Punkte
Testurteil
sehr gut
Prädikate
5 von sechs


Der Colt Commander zerlegt
Auch im Inneren spricht die Commander die Sprache der Traditionalisten (von oben): Bushing, Verschluss, Lauf, Vorhohlfederbuchse, Schließfeder auf Stange, Griffstück, Schlittenfanghebel.

Colt Commander in der Übersicht

Modell:
Commander
Kaliber:

.45 ACP

Kapazität:

7 + 1 Patronen

Lauflänge:
108 mm
Maße ( L x B x H):

221 x 30 x 139 mm

Abzugsgewicht:
2.150 g
Gewicht:
986 g
Preis:
1.499,- Euro

Ausstattung: Commander-Ausführung mit Ganzstahlrahmen, Single-Action-Abzug, außenliegender Hahn, Beavertail, Handballensicherung, Drei-Punkt-Visierung, Kimme driftbar, einseitige Daumensicherung.

Colt Commander im Test - das Fazit

Die Colt Commander überzeugt mit seinem klassisch-rustikalen Charme und einer ungewöhnlich guten Präzision. Keine andere Pistole im Test klapperte so, aber kaum eine andere schoss auch gleichzeitig so gut. Die Colt Commander kommt mit zwei Magazinen, einem Waffenschloss und im blauen Colt-Kunststoffkoffer.



Weitere Informationen über den Colt Comamander finden Sie auf der Website des Herstellers.

Diese und über 30 Pistolen in .45 ACP wurden im VISIER Special 84 getestet. Das VISIER Special 84 Pistolen .45 ACP III kann im VS Medien Onlineshop bestellt werden.

Weitere Pistolentests im Kaliber .45 ACP finden Sie hier:



Ein all4shooters-Beitrag von 


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