Increase font size Decrease font size
 

Test & Technik: .380er Pistolen

Übersicht getestete .380er Pistolen Kimber Micro 380, Glock 42, Smith & Wesson Bodyguard 380, Kahr CT 380, Beretta Pico und Ruger LCP Black 

Kompakte Pistolen in 9 mm Kurz haben in den Vereinigten Staaten seit einigen Jahren Hochkonjunktur. Aber auch hierzulande sind viele der miniaturisierten Verteidigungspistolen in dem auch als .380 ACP bekannten Kaliber zu haben. Die Kollegen von VISIER stellen Ihnen das Gros der in Deutschland erhältlichen Modelle vor.

Das Team von all4shooters.com // Text: Hamza Malalla und Alexander Losert / VISIER, Fotos: Michael Schippers

Bevor wir zur Vorstellung der jeweiligen Modelle kommen, beleuchten wir kurz die technischen Gemeinsamkeiten moderner Kompaktpistolen. Früher arbeiteten kompakte Pistolen mit einem unverriegelten Feder-/Masseverschluss. Das ist bei den modernen .380er Miniaturpistolen nicht mehr der Fall: Alle im Folgenden betrachteten Modelle setzen ausnahmslos auf einen Browningverschluss mit abkippendem Lauf

Bauteile der Smith & Wesson Bodyguard 380 und Kimber Micro 380 .380er Pistolen
Alle Testwaffen verriegeln über einen abkippenden Lauf, S & W (links) im Auswurffenster, Kimber über einen Verriegelungsnocken vor dem Patronenlager.

Das Browning-System ermöglicht gegenüber einem Masseverschluss erheblich leichtere Schlitten und hält die Konstruktion flach. Denn die für das Verriegeln zuständige Mechanik findet ober- und unterhalb des Rohres ihren Platz und nicht seitlich wie bei einem Drehlauf- oder Schwenkriegelsystem.


Linkshänder gehen bei den meisten Modellen leer aus. Immerhin lässt sich bei GLOCK der Magazinhalter umstecken. Allein die GLOCK 42 wird in Österreich produziert. Alle anderen Modelle inklusive der Beretta Pico kommen aus den USA. Auf ein Leichtmetallgriffstück setzt nur Kimber, die restlichen Hersteller verwenden Rahmen aus Polymer

Eine Magazinkapazität von 6 Patronen gehört zum Standard. Hier schert allein die abgebildete CT380 von Kahr aus, bietet aber zusätzlich das kleinere Sechsschuss-Modell P380 an.

Beretta Pico Kompaktpistole

Die schlankeste und kürzeste Pistole des Teilnehmerfeldes kommt von Beretta: Die Beretta Pico zeichnet sich nicht nur durch ihr winziges Kastenmaß aus, sondern auch durch ihren ultrakleinen Griff. Denn der Griffbereich des Polymerrahmens beherbergt hier ausschließlich das sechsschüssige Magazin. 

Beretta Pico mit Ersatzmagazin 
Die Beretta Pico bietet das kleinste Griffstück. Das Ersatzmagazin verbessert die Handlage zwar erheblich, aber zu Lasten der Waffenhöhe.

Federn oder den Magazinhalter verlagerte man in den oberen Bereich des Griffstücks. Dadurch beträgt der Griffumfang unterhalb des Abzugsbügels lediglich 10 cm. Der Griff der fällt hier auch besonders kurz aus, für den Ringfinger bleibt nicht mehr viel Platz. Wer mehr Handhabungsfläche wünscht, für den legt Beretta ein Ersatzmagazin mit gewaltigem Fingerhaken bei. 


Der Double Action Only-Abzug der Beretta Pico zeichnet sich durch einen besonders kurzen Abzugsweg von rund 9 mm aus und läuft auch relativ glatt. Das Abzugsgewicht ist aber mit 4.400 Gramm für eine derart kleine und leichte Waffe nicht ganz ohne: Hält man die kompakte Pistole nicht sehr beherzt, dann verreißt man den Schuss beim Abdrücken schnell. Das mattsilberne Finish des rostträgen Stahls hinterließ einen guten Eindruck. Ebenso die seitlich driftbare Stahlvisierung mit weißen Punkten, die qualitativ den Visierungen von Berettas Dienstwaffen entspricht – im Fall der Pico nur eine Nummer kleiner.

Zu dem besonders kleinen und relativ glatten Griff und dem kurzen Abzugsabstand gesellen sich zu klein geratene Durchladerillen und ein extrem flacher Schlittenfang, der eher zum Offenhalten der Pistole als zum schnellen Schließen unter Stress einlädt. Die beidseitig unter dem Abzugsbügel angebrachte Auslösewippe der Beretta Pico für das Magazin betätigt man am besten mit Daumen und Zeigefinger der schussschwachen Hand gleichzeitig.

Technische Daten der Beretta Pico 

Modell:
Beretta Pico
Kaliber:
9 mm Kurz
Magazinkapazität: 
6 Schuss
Lauflänge:
69 mm
Visierlänge:
92 mm
Abzugsgewicht:
4.400 g
Maße:
130 x 18 x 99 mm
Gewicht mit Magazin:
325 g
UVP:
699,- Euro


Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für die Beretta Pico beträgt 699,- Euro.

GLOCK 42 Kompaktpistole

Mit dem Modell 42 lancierte GLOCK die erste firmeneigene .380er Slim Line mit einreihigem Magazin. Bis auf die besonders kompakten Abmessungen unterscheidet sich die GLOCK 42 in Technik und Ausstattung nicht wesentlich von ihren größeren Geschwistern. 

Zwar legt GLOCK seinem Modell 42 eine Ladehilfe bei. Die Magazine aller hier getesteten Pistolen ließen sich aber auch rein von Hand problemlos laden.
Zwar legt GLOCK seinem Modell 42 eine Ladehilfe bei. Die Magazine aller hier getesteten Pistolen ließen sich aber auch rein von Hand problemlos laden.

Eine Tenifer-Vergütung schützt die Stahlteile vor Korrosion, Magazinauslöser, Schlittenfanghebel und Demontagewippe finden sich so auch bei anderen GLOCKs. Der mittellange, stets teilvorgespannte Safe Action-Abzug sorgt für einen guten Kompromiss zwischen schneller und einfacher Schussbereitschaft, Handhabungssicherheit und in der Praxis umsetzbarer Präzision. 


Das Plastikvisier fällt eine Nummer kleiner aus als bei großen GLOCK Pistolen, ermöglicht aber auch bei schlechtem Licht immer noch eine schnelle und exakte Zielaufnahme. Die im Vergleich zu anderen .380er Modellen durchaus erwachsen wirkenden Ausmaße bringen zwar leichte Nachteile mit sich, wenn es ums verdeckte Tragen geht. Beim Schießen bieten sie aber erhebliche Vorzüge: Die längere Visierlänge erleichtert das Zielen. Zudem ist der Rahmen der GLOCK 42 gerade noch lang und hoch genug, um die Pistole ganz konventionell beidhändig mit beiden Daumen nach vorn am Griffstück anliegend zu schießen.

Technische Daten der GLOCK 42

Modell:GLOCK 42
Kaliber:
9 mm Kurz
Magazinkapazität:
6 Schuss
Lauflänge:
82 mm
Visierlänge:
126 mm
Abzugsgewicht:
2.700 g
Maße:
151 x 25 x 105 mm
Gewicht mit Magazin:
395 g
UVP:644,- Euro


Die unverbindliche Preisempfehlung für die GLOCK 42 Slimline-Pistole beträgt 644,- Euro.

Kahr Arms CT 380 Kompaktpistole

Der US-Hersteller fertigt schlanke .380er Pistolen in jeweils 2 Größen und 2 Qualitätsstufen. Dabei stellt die abgebildete CT380 die große, siebenschüssige Sparversion dar. Die kleine P380 entspricht in ihren Maßen eher der Ruger LCP, bringt aber fast 50 g mehr auf die Waage.

Unglücklicherweise durfte das vorliegende Muster nicht geschossen werden, weil die günstigeren CT-Versionen in .380 ACP regulär gar nicht in Deutschland verkauft werden, eine der Premium-Varianten aber kurzfristig nicht zu bekommen war. 

Kahr Arms P380 .380er Pistole
Die Kahr CT 380 produziert der Hersteller als P380 auch eine Nummer kleiner und mit Zusatzausstattung wie etwa einem Polygonlauf.

Bei den Premium-Pistolen sitzt das Stahlkorn in einer Schwalbenschwanzfräsung, die CT bietet ein schlichter befestigtes Plastikkorn. Der Schlitten der P-Serie bietet rein äußerlich etwas aufwändiger zu fräsende Konturen und eine hübschere Beschriftung. Als Schlittenfang dient der CT ein MIM-Teil (Metal Injection Molding = Metallspritzguss), der Hebel wird bei der P-Serie aus dem Vollen gefräst.


Technisch unterscheiden sich die günstigeren Kahr CT-Modelle nicht von den teureren der P-Baureihe. Kahr Arms setzt auf einen mittellangen, teilvorgespannten Abzug ohne Druckpunkt und langen Rückstellweg (Reset) für das Züngel, der sich subjektiv anfühlt wie ein teuer getunter Revolverabzug. Das kontrastreiche Visierbild steht ausgewachsenen Dienstpistolen nicht nach. Die vorliegende Waffe verfügt über einen Schlitten aus mattgestrahltem Edelstahl. Kahr Arms bietet alternativ aber auch schwarz nitrierte Modelle an. Der große Schlittenfanghebel und der Magazindrücker bereiten bei der Bedienung keinerlei Schwierigkeiten; mehr Hebel oder Knöpfe gibt es nicht. 

Unsere Kritikpunkte bei Kahr-Pistolen in 9 mm Kurz sind schnell aufgezählt: Die stramme Schließfeder erfordert beim Repetieren kräftige Hände und die Pistolen sind nicht gerade billig. Ansonsten überzeugen vor allem die Modelle der P-Serie durch die sorgfältige Verarbeitung, die gute Ergonomie trotz kleinster Abmessungen, den feinen Abzug und das uneingeschränkt brauchbare Visier.

Technische Daten der Kahr Arms CT380

Modell:Kahr Arms CT 380
Kaliber:
9 mm Kurz
Magazinkapazität:
7 Schuss
Lauflänge:
79 mm
Visierlänge:
108 mm
Abzugsgewicht:
2.300 g
Maße:
139 x 19,5 x 114 mm
Gewicht mit Magazin:
 365 g
UVP:649,- Euro


Die unverbindliche Preisempfehlung für die Kahr Arms CT380 liegt bei 649,- Euro. Die Pistolen des Herstellers sind in Deutschland über den Importeur Waffen Ferkinghoff GmbH zu bekommen.

Kimber Micro 380 Kompaktpistole

Äußerlich entspricht die Kimber Micro 380 einer miniaturisierten 1911er Pistole, inklusive des außenliegenden Hahnsporns. Technisch finden sich aber einige Unterschiede: Das Griffstück fertigt Kimber aus Dural, eine Mündungsbrille gibt es nicht. Der Lauf verriegelt über einen einzelnen Nocken vor dem Patronenlager und die Entriegelung findet nicht über ein Kettenglied statt, sondern via geschlossener Steuerkulisse unter dem Lager. Auch die Handballensicherung wurde eingespart, dafür besitzt die Waffe eine automatische Schlagbolzensicherung. 

Kimber Micro 380 .380er Pistole in 1911er Optik  
Die Kimber Micro 380 erinnert in Optik und Bedienung an eine klassische 1911er Pistole, nur eben in miniaturisierter Form.

Die Bedienung entspricht wiederum eins zu eins dem großen Vorbild der Colt Government: Schlittenfang, Magazindrücker und die Daumensicherung mit klar definierten Rastpunkten liegen wie von der 1911er Pistole gewohnt griffgünstig in Reichweite des (rechten) Daumens. Sie fallen immer noch groß genug aus, um sicher und schnell betätigt zu werden. 


Der Single Action-Abzug der Kimber Mircro 380 würde auch einer ausgewachsenen 1911er gut zu Gesicht stehen: Trocken und mit 1.850 g auch nicht zu hart, erleichtert er gegenüber anderen Systemen in derart winzigen Pistolen das saubere Abkommen erheblich. Ähnlich der GLOCK 42 trägt die Kimber Micro eine gut brauchbare, seitlich driftbare Visierung mit massiven weißen Dämmerungsmarken. Hier bestehen Kimme und Korn aber aus Stahl. Das kontrastreiche Visierbild steht einer ausgewachsenen Großkaliberpistole trotz kompakter Abmessungen kaum nach. 

Besonders positiv fielen an der kompakten Pistole Verarbeitung und Finish auf. Ausstattung und Passungen entsprechen den ausgewachsenen 1911ern aus Yonkers/New York. Das merkt man aber auch beim Preis; mit 859,- Euro gehört die Waffe zu den teuersten Angeboten im Kaliber 9 mm kurz.

Technische Daten der Kimber Micro 380

Modell:
Kimber Micro 380
Kaliber:
9 mm Kurz
Magazinkapazität:
6 Schuss
Lauflänge:
69 mm
Visierlänge:
98 mm
Abzugsgewicht:
1.850 g
Maße:
143 x 27,5 x 102 mm
Gewicht mit Magazin:
420 g
UVP:859,- Euro


Die unverbindliche Preisempfehlung für die Kimber Micro 380 beträgt 859,- Euro. Die Pistolen von Kimber sind in Deutschland über Waffen Ferkinghoff erhältlich.

Ruger LCP Black Kompaktpistole

Sturm, Ruger & Co lancierte als einer der ersten großen Waffenhersteller vor 10 Jahren eine ultrakompakte Polymerpistole in .380 ACP – mit verblüffender Ähnlichkeit zur älteren P3AT von Kel-Tec. Das vorliegende Muster gehört zur 2. Generation mit Verbesserungen im Bereich Abzug und Visierung. 

Ruger LCP .380er Pistole
Die Gen II der Ruger LCP zeichnet sich durch eine Verbesserung von Visierung und Abzug aus. Parallel produziert Ruger auch die etwas größere Pistole LCP 2.

Die LCP zählt nach wie vor mit zu den kleinsten und leichtesten Pistolen, die im Kaliber 9 mm Kurz zu haben sind. Das teilvorgespannte Abzugssystem mit mittellangem Abzugsweg ohne Druckpunkt läuft zwar nicht so geschmeidig wie bei der Konkurrenz von Kahr Arms, aber immer noch erheblich glatter und leichter als bei den ersten, unmodifizierten Ruger LCP. 


Die Gen II-Visierung wird zwar leider immer noch aus dem Schlitten herausgearbeitet und fällt zudem weitaus kleiner und kontrastärmer aus als bei der gesamten Konkurrenz. Doch sie erlaubt ein erheblich einfacheres Zielen als die alte LCP-Visierung. In puncto Verarbeitung und Finish erreicht man nicht so ganz das Niveau der Konkurrenz – den günstigen Preis sieht man der Ruger LPC Black auch an. Ergonomisch kann der kleine, griffig angeraute Rahmen durchaus überzeugen. Ein Reservemagazin spart man bei Ruger ein. Der Schlitten lässt sich dank der rutschfesten Spannrillen und der relativ leichten Schließfeder einfach von Hand repetieren und der Magazinauslöser liegt griffgünstig hinter dem Abzug. 

Viel zu bedienen gibt es bei Rugers kleinster Pistole ansonsten nicht. Der Verschluss lässt sich über einen Schieber in seiner hinteren Position manuell arretieren. Über einen automatischen Schlittenfang verfügt die LCP aber ebenso wenig wie über eine manuelle Sicherung. Oder eine automatische Schlagbolzensicherung. Für die Fallsicherheit sorgen bei der LCP Gen II neben dem schweren Abzug ein extraleichter Zündstift und eine verstärkte Schlagbolzenfeder. Das vorliegende Muster zeichnet sich durch den Stainless-Schlitten aus. Die Basisversion schützt leider nur eine mattschwarze Brünierung vor Rost.

Technische Daten der Ruger LCP Black

Modell:Ruger LCP Black
Kaliber:
9 mm Kurz
Magazinkapazität:
6 Schuss
Lauflänge:
70 mm
Visierlänge:
103 mm
Abzugsgewicht:
2.700 g
Maße:
132 x 20 x 93 mm
Gewicht mit Magazin:
275 g
UVP:373,- Euro


Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 373,- Euro ist die Ruger LCP Black die preiswerteste Pistole des Tests.

Smith & Wesson Bodyguard 380 Kompaktpistole

Die aktuellen .380er Minipistolen tragen in Anlehnung an die kompakten Taschenrevolver mit verdecktem Hahn den Beinamen Bodyguard. Und verdeckt ist der Hahn auch bei den Bodyguard-Pistolen in 9 mm Kurz aus der Baureihe Military & Police. 

Smith & Wesson Bodyguard .380er S & W Pistolen in schwarz und braun
Die 380er Bodyguard fertigt Smith & Wesson auch mit farbigen Griffstücken. Eine Daumensicherung gehört trotz Double Action-Abzug zum Standard.

Als Abzugssystem wählte die Traditionsschmiede hier ein reinrassiges DAO-System mit langem Abzugsweg und durchaus kräftigem Abzugswiderstand. Wem das in Verbindung mit der automatischen Schlagbolzensicherung nicht ausreicht, der kann zusätzlich die manuelle Daumensicherung verwenden. An der Smith & Wesson Bodyguard 308 gefiel, dass sie sich trotz sehr kompakter Abmessungen im Prinzip bedienen lässt wie eine ausgewachsene Pistole. Schlittenfang, Magazinknopf und Sicherung finden sich ergonomisch gut erreichbar an den gewohnten Plätzen auf der linken Seite des Rahmens. Zusätzlich verfügt die Pistole sogar über einen Demontagehebel. 


Die Stahlteile fertigt S&W größtenteils aus einer rostträgen Legierung, die zusätzlich eine mattschwarze Nitrierung namens "Armornite" vor Rost schützt. An der seitlich driftbaren Stahlvisierung vermissten unsere Tester Dämmerungsmarken als Zielhilfe. 


Verarbeitung und Finish gaben kaum Anlass für Kritik: Der Lauf der schwarzen Variante hätte aber im Bereich des Auswurffensters ruhig etwas passgenauer sitzen dürfen. Der rutschfest angeraute Griffbereich fällt bei der .380er in Relation zum Kastenmaß trotz der geringen Dicke vergleichsweise voluminös und kantig aus. Dies verhilft aber ergonomisch zu einem besseren Gefühl, wo die Pistole denn nun eigentlich hinzeigt und vergrößert den Abzugsabstand – letzteres eine Problemzone etwa der kleinen Beretta Pico. Der Polymerrahmen der Bodyguard ist gerade noch hoch und lang genug, um mit beiden Daumen parallel zum Lauf zu schießen.

Technische Daten der Smith & Wesson Bodyguard 380

Modell:
Smith & Wesson Bodyguard 380
Kaliber:
9 mm Kurz
Magazinkapazität:
6 Schuss
Lauflänge:
71 mm
Visierlänge:
110 mm
Abzugsgewicht:
4.200 g
Maße:
133 x 20 x 97 mm
Gewicht mit Magazin:
350 g
Preis:
626,- Euro


Die unverbindliche Preisempfehlung für die Smith & Wesson Bodyguard 380 beträgt 626,- Euro.

Kompakte .380er Pistolen: das Fazit

Auf dem Schießstand mussten die 9 mm Kurz-Pistolen für einen Präzisionstest herhalten. Anschließend wurden sie parallel im schnellen Schuss auf mehrere Distanzen von 5 bis 25 m verglichen. Wie erwartet schossen sich die großen Modelle von GLOCK und Kimber erheblich einfacher, schneller und präziser als die kleineren Pistolen. Bei letzteren lag die S&W Bodyguard gefühlt am besten in der Hand, wies aber zugleich auch den zweithärtesten Abzug mit dem längsten Abzugsweg des Feldes auf.

Funktionsprobleme blieben im direkten Vergleich der Pistolen aus. Auch jeweils ein paar Magazinfüllungen einhändig mit bewusst locker gehaltener Waffe stellten kein Problem dar. Dennoch sollte man von den miniaturisierten .380ern nicht die reibungslose Zuverlässigkeit einer modernen Dienstwaffe verlangen. Eine kurze Einlaufphase und die korrekte Wahl der passenden Laborierung zur individuellen Pistole lohnen sich hier in jedem Fall.

Rückansichten getestete .380er Pistolen Glock 42, Kimber Micro 380, S & W Bodyguard 380, Kahr CT 380, Ruger LCP Gen II, Beretta Pico
Rückansichten (von links): Glock 42, Kimber Micro 380, S & W Bodyguard 380, Kahr CT 380, Ruger LCP Gen II, Beretta Pico. Trotz unterschiedlicher Bauhöhen bietet nur Kahr einen Schuss extra im Magazin. Allein die Ruger LCP fällt beim Visierdesign deutlich zurück, Beretta bei der Rutschfestigkeit des Griffes.

Abhängig von wem und zu welchem Zweck die Taschenpistole in 9 mm Kurz erworben wird, kann jede der Waffen individuelle Vorteile als unter Umständen kaufentscheidenden Trumpf ausspielen. Wenn Geld eine Rolle spielt, kommt man an der Ruger LCP kaum vorbei. Zwar lassen Visierung und Abzugscharakteristik hier noch Wünsche offen, aber die LCP ist sehr klein, leicht, zuverlässig und dabei besonders preisgünstig. 

Sowohl die GLOCK 42 als auch die Kimber Micro empfehlen sich vor allem für Fans des jeweiligen technischen Basisdesigns, die einfach nur eine sehr handliche Pistole für Fangschuss oder Verteidigung wünschen. Beide sind allerdings nicht spektakulär klein geraten – vergleichbare Modellvarianten in 9 mm Luger fallen nicht viel größer und schwerer aus. Dafür macht das Schießen mit beiden erheblich mehr Spaß als mit der kleineren Konkurrenz. Und man trifft auch deutlich präziser und schneller. 

Die M&P Bodyguard von Smith & Wesson punktet bei der Bedienbarkeit und dem Sicherheitskonzept mit "langem" DAO-Abzug und einer zusätzlichen Daumensicherung. Sie erscheint eine besonders gute Wahl für Träger, die die Pistole tatsächlich ab und an in der Tasche tragen wollen. Die Beretta Pico schwächelt im Bereich Ergonomie. Dafür gewinnt sie durch das winzige, flache Design und lässt sich durch den extrakleinen Griff auch ohne lockere Oberbekleidung besonders gut verdeckt mit sich führen.

Interessieren Sie sich für großkalibrige Sportpistolen? Hier stellen wir Ihnen die Vertreter dieser Waffengruppe vor.


Den umfangreichen Test zum Thema .380er Pistolen mit dem Ergebnis des Schießtests und den zugehörigen Schießtabellen finden Sie in der VISIER Ausgabe 1/2018. Im VS Medien Online-Shop können Sie die Ausgabe bequem nachbestellen.



Ein all4shooters-Beitrag von 


Diesen Artikel bewertenTest & Technik: .380er Pistolen 5.0 (5 Bewertungen)
Drucken

Damit wir Ihnen ein optimales Besucher-Erlebnis bieten können, verwendet diese Seite Cookies.

Akzeptieren