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FORTMEIER M 2002
Scharfschützengewehr im Test

Test-Fazit: FORTMEIER M 2002

Das FORTMEIER  M 2002 ist eine sauber verarbeitete, extrem stabile Konstruktion, die sich komfortabel zerlegen lässt. Die komplette Waffe kostet für ein Kaliber mit Zweibein 4.000 Euro. Dafür erhält der Kunde ein sehr gutes Einzellader-Präzisionsgewehr. Vor allem für Freunde exotischer Kaliber ist die M 2002 eine Alternative zu entsprechenden Mehrladern, die oft 5.000 Euro oder mehr kosten. Laut Werk werden für einen weiteren Lauf mit Vorderschaft sowie anderem Verschluss knapp 2.200 Euro fällig. Bei allen Kaliber, die (noch) keine CIP-Zulassung haben, kommt man um aufwändiges Wiederladen aber nicht herum. 


Die Rolle des Zündhütchens:

Ein Größenvergleich des XLRM-Zündhütchens (links) mit dem Large-Rifle-Magnum-Zündhütchen (rechts) lässt das Potential von GRILLMAYERs Konstruktion erahnen.
Ein Größenvergleich des XLRM-Zündhütchens (links) mit dem Large-Rifle-Magnum-Zündhütchen (rechts) lässt das Potential von GRILLMAYERs Konstruktion erahnen.

Die Idee für die Patrone 9,5 x 70 geht auf den Munitionsentwickler MICHAEL UEKÖTTER zurück, der eine leistungsstarke Patrone ohne Gürtel oder Rand für Jäger suchte. Mit einer auf 9,5 mm aufgeweiteten .338 Lapua-Hülse war es dabei allerdings nicht getan. Leistungsstarke, großkalibrige Langstreckenpatronen benötigen wegen der hohen Mengen des meist langsam abbrennenden Pulvers vor allem zweierlei: eine hohe Anzündenergie und eine geringe Anzündverzugszeit. Die bisher verwendeten Zündhütchen Large Rifle Magnum (LRM) genügten dabei nicht den Ansprüchen der 9,5 x 70. Die von HORST GRILLMAYER zusammen mit der Firma GINEX entwickelte Alternative „XLRM“ (Extra Large Rifle Magnum) leistet mehr. Der Durchmesser beträgt 6,53 mm.  Die im Vergleich zum LRM fast verdoppelte Zündmasse setzt auch Pulvermengen über 90 Grains sicher und schneller in Brand.

 

Die gewünschten Effekte: Abbrand und Gasdruckverlauf sind gleichmäßiger.  

Vor allem bei tiefen Temperaturen, bei denen die Zündhütchen weniger Energie entwickeln, besitzt das XLRM noch genügend Reserven - anders als etwa der LRM-Zünder in der .408 Chey Tac mit ihren rund 140 Grains sehr progressiven Pulvers. 

Der Zündstrahl des XLRM erzeugt einen mittleren Druck von 140 bar.
Der Zündstrahl des XLRM erzeugt einen mittleren Druck von 140 bar.

Bei Temperaturen über 20 °C genügte für diese Patrone ein Large Rifle Magnum. Spezialeinheiten operieren jedoch auch in Gebieten mit Temperaturen von -20 °C und weniger. Unter diesen Bedingungen kann dieses Zündhütchen keine konstanten innenballistischen Werte mehr garantieren.

 

Das Resultat:

Gasdruck und Mündungsgeschwindigkeit schwanken stark, was auf große Entfernungen zu teilweise erheblichen Treffpunkt-schwankungen führt. 

Solche Probleme lassen sich nach den Angaben von HORST GRILLMAYER mit dem XLRM-Zünder vermeiden. Und das macht wiederum viele bislang wenig genutzte Wildcat-Kaliber für Waffenhersteller interessant. Wenn die Industrie passende Läufe fertigt, ist auch der Weg zur CIP-Zulassung solcher Wildcats nicht mehr weit. Deshalb bietet Fortmeier seine Waffen nicht nur in Standardkalibern wie .308 Winchester, .300 WM, .338 Lapua Magnum und .50 BMG, sondern auch in Exotenkalibern an.

Hintergrundwissen zur Optik:

Die Firmengeschichte von IOR

Das Unternehmen IOR aus Rumänien
Das Unternehmen IOR aus Rumänien

Während ihrer langen Firmengeschichte fertigte die Firma IOR aus Rumänien viele optomechanische und -elektronische Produkte für medizinische, meteorologische und militärische Zwecke. In Deutschland kennt kaum jemand das 1936 gegründete Unternehmen - obwohl es auch über 20 Zielfernrohr-Modelle sowie Rotpunktvisiere, Montagen, Picatinny-Schienen und Nachtsichtgeräte im Programm hat. Vielleicht ändert sich das künftig dank des  deutschen Importeurs HEINRICH FORTMEIER. Das M 2002 prüften die  Tester zum Teil mit dem Flaggschiff der taktischen IOR-Linie, dem „12-52 x 56 Terminator“. Das Objektiv besitzt einen Durchmesser von 56 mm. Wegen der hohen Vergrößerung hinterlässt die Zielhilfe einen wuchtigen Eindruck: Sie ist 410 mm lang und wiegt 1.360 Gramm. Der Mittelrohrdurchmesser liegt bei beachtlichen 40 mm. Das schränkt die Auswahl an Montagen ein, HEINRICH FORTMEIER bietet allerdings sehr schmale Montageringe an. 

FORTMEIER M 2002 mit dem taktischen IOR-Linie, dem „12-52 x 56 Terminator“
FORTMEIER M 2002 mit dem taktischen IOR-Linie, dem „12-52 x 56 Terminator“

Mittels zweier Drucktaster lässt sich ein kleiner Leuchtpunkt auf das Zentrum des taktischen Absehens projizieren. Das Sehfeld auf 1.000 m beträgt bei 12-facher Vergrößerung 34 m, bei 52-facher noch gerade 8 m. Der Austrittspupillen-Durchmesser liegt zwischen 3,6 und 1,1 mm. Der Augenabstand muss für ein scharfes Bild 75 bis 90 mm betragen. Der Höhenverstellbereich beträgt 100 Winkelminuten (MOA), das entspricht auf eine Distanz von 100 m zirka 290 cm. Das Zielfernrohr lässt sich um +/- 25 MOA horizontal verstellen; dabei entspricht ein Klick an den Türmen einer Verstellung von ¼ MOA. Der Höhenturm benötigt insgesamt vier volle Umdrehungen für die kompletten 100 MOA. 400 Klicks benötigt der Schütze für den gesamten Vertikalbereich. Der Parallaxenausgleich ist von 7 m bis unendlich möglich. Das etwas zu schwergängige Parallaxerad sitzt direkt vor dem Objektivtubus. Laut HEINRICH FORTMEIER kostet das Zielfernrohr 2.200 Euro.


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