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Waffen und Munition:
Glossar und Lexikon A-B

Im Glossar von all4shooters.com finden Sie die wichtigsten Fachbegriffe rund um die Themen Waffe, Munition und Optik auf einen Blick. Kurz, prägnant und alphabtisch geordnet. Dazu die wichtigsten Namen der Branche. Deshalb haben wir unseren neuen Service ganz einfach "ABC der Waffenwelt" genannt.

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Abbrennen (burning) 


Laien sprechen fälschlicherweise von "detonierendem" oder "explodierendem" Pulver. Richtig ist, dass es "abbrennt" oder "verbrennt". 

Abdrehen des Hülsenhalses (case trimming) 


Überschreitet die Länge des Hülsenhalses nach dem Umformen die erforderlichen Maße, kürzt man sie mit einer speziellen Fräse. 

Abkommen 


Die Lage der Waffe und der Visierung, die sie im Augenblick des Schusses einnimmt. Ideal ist es, wenn Abkommen gleich Haltepunkt ist. Wichtig: Abkommen hat mit "Absehen" (Visierung bei Zielfernrohren) nichts zu tun. 

Absehen 


Bezeichnung der gestrichelten Zieleinrichtung in optischen Visieren. 

Abteiler 


Hält in Mehrladewaffen die oberste Patrone im Magazin lose, so dass sie durch Neigung des Laufes ins Patronenlager fällt. 

Abzug 


Auch Züngel. Der Abzug besteht aus eigentlichem Abzug und Abzugsblatt und ist am Abzugsblech drehbar gelagert. 

Abzugsblech

 
Auch Züngelblech. Enthält die Schlitze für den/die Abzüge und stellt die Verbindung zwischen Verschlusskasten und Schaft her. 

Abzugsbügel 


Den Abzug umgebender und schützender Halbring aus Blech, Stahl, Holz oder Horn.

Abzugsstange

 
Hebel, der die Bewegung des Züngels auf das Schlagstück überträgt.

Abzugsstop (Triggerstop) 


Verhindert das Durchfallen des Züngels nach der Schussauslösung. 

Abzugswiderstand 


Muss zum Auslösen des Schusses überwunden werden. Bei Wettkämpfen wird oft ein Mindest-Abzugswiderstand vorgeschrieben, der mit einer speziellen Vorrichtung (Hängegewicht o.Ä.) kontrolliert wird. 

ACP


Abkürzung für Automatic Colt Pistol, Namenszusatz bei Pistolenmunition .45. 

Adapter 


Patronenartiger Einsatz im Originalkaliber, mit dem schwächere Patronen verschossen werden können. 

AE 


Abkürzung für Action Express, eine Zusatzbezeichnung für Kaliber. 

Ahlspieß 


Stangenwaffe des 15. bis 16. Jh. mit vierkantiger Stoßklinge, Tülle, Schaftfedern und Parierscheibe. 

Aimpoint 


Optisches Leuchtpunkt-Visier der schwedischen Firma Aimpoint, allgemein für Leuchtpunkzielgeräte gebräuchlich. 

Amboss (anvil) 


Beim Boxersystem besitzt jedes Zündhütchen einen integrierten Amboss, der als Widerlager für den Schlagbolzen dient. Beim Berdan-System sitzt er in der Zündglocke der Hülse. 

Ambosszündhütchen 


Zentralfeuerzünder mit eingebautem Amboss. 

Anderthalbhänder 


Reiterschwert des 14. bis 16. Jh. mit einer Grifflänge von anderthalb Handbreite. 

Anfangsgeschwindigkeit (v0) 


Die Geschwindigkeit des Geschosses beim Verlassen oder kurz nach der Mündung. 

Angel 


Angeschmiedeter oder angeschweißter Klingenabschnitt zur Befestigung des Griffes oder der Griffschalen. 

Angesetztes

 
Schloss auch angeschraubtes Schloss. Halbvorliegendes Schloss bei Hahn-Gewehren, das nicht in Aussparungen des Verschlusskastens befestigt, sondern hinter dem Stoßboden angeschraubt ist. 

Anschlagschaft 

Gewehrartiger Kolben, der an eine Kurzwaffe montiert wird. 
Aptierung 

Modernisierung von Waffen durch konstruktive Abänderungen. 
Arkebuse

Alte Bezeichnung für die Luntenschlossmuskete. 
Ätzung 

Verzierung auf Metall, die Darstellung/Ornamente oder der Hintergrund werden durch Säuren eingeätzt, also vertieft. 
Auflager 

Zwei Absätze zwischen Klingenbasis und Angel bilden das Gegenlager für Parierstange, Stichblatt oder Griffhülse. 
Aufpflanzvorrichtung 

Halterung zur Befestigung des Bajonettes im Mündungsbereich oder am Laufring. 
Aufschubmontage 

Schienenartige Befestigung für Zielfernrohre. 
Aufweitedorn (expander ball) 

Knopfartige Vorrichtung an der Kalibriermatrize zum Ausweiten des Hülsenmundes. 
Ausgeschossener 

Lauf Abnutzungschaden, der an unscharfen Feld-Zugkanten erkennbar ist. 
Ausreißer 

Schuss, der vom üblichen Trefferbild abweicht. Häufige Ursache dafür ist der Ölschuss. Vor dem ersten Schuss sollte man den Lauf deshalb immer sauber entölen. 
Ausstoßerstange

Am Revolverlauf angebrachte Schubstange zum Entfernen der leeren Hülsen aus der Trommel.
Auswerfer (automatic ejectors)
 
Schleudert beim Öffnen der Waffe die Hülsen automatisch aus dem Patronenlager. Kann bei vielen Flinten deaktiviert werden. 
Auszieher 

Im Lauf oder am Verschlusskopf eingebaute Kralle, welche die Hülse aus dem Patronenlager zieht.
Automatische Sicherung (automatic safety) 

Sicherungssystem, das bei jedem Öffnen der Kipplaufwaffe von Feuerbereit auf Sicher umspringt.
Automatische Waffen 

Für Dauer-/Serienfeuer gebaute oder umschaltbare Selbstlader. 
Axt 

Waffe und Werkzeug zum Fällen, Spalten und Behauen von Holz. 
Aydt-Verschluss
 
Eine von dem Suhler Büchsenmacher Aydt erfundene Art des Blockverschlusses mit einem unter dem Lauf angeordneten Drehpunkt.
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Backe 

Für die Kopfauflage beim Anschlag vorgesehener Teil des Gewehrschafts. 

Bajonett 

Stich- oder Hiebwaffe zum Aufpflanzen auf die Mündung eines Gewehrs. 
Bajonettwarze 

Am Lauf angebrachte Halterung für das Bajonett. 
Ballistik 

Die Lehre vom Wurf bzw. Schuss. Man unterscheidet in Anfangs-, oder Mündungs-, Außen-, Innen-, Ziel- oder Terminalballistik. 
Bar 

Maßeinheit für den Gasdruck. Ein bar entspricht 1,02 Kilopond pro Quadratzentimeter (kp/cm2). 
In der englischen Fachliteratur wird der Gasdruck in Pounds per square inches (psi) angegeben. Ein bar entspricht 14,5036 psi. 
Basküle 

Bezeichnung für Verschlusskasten oder -gehäuse. Bei Kipplaufgewehren der zur Aufnahme der Verschluss- und Schloßteile bestimmte Teil. 
Batterie 

Die beim Steinschloss über der Pfanne angeordnete Schlagfläche des Pfannendeckels.
Berdan-Zündung (Berdan-priming) 

1866 von Hiram Berdan patentiertes Zündsystem mit Amboß in der Hülsen-Zündglocke. Das Zündhütchen besteht aus einem mit Zündmittel gefüllten Tombaknapf. Die Hülsen besitzen zwei oder mehr Zündlöcher. Das Zündhütchen kann man nur mit einem Spezialwerkzeug entfernen, wobei der Amboss beschädigt werden kann. Daher bevorzugen Wiederlader die Boxer-Zündung. 
Bergstutzen 

Kurze Jagdwaffe. 
Beryllium 

Die Pistons hochwertiger Vorderladerwaffen bestehen aus Stahllegierungen, die Beryllium enthalten. Beryllium-Zusätze machen Legierungen fester, härter und zugleich elastischer. Beryllium gehört wie Magnesium oder Kalzium zur Gruppe der Erdalkalimetalle. 
Beschussgesetz, -prüfung, -zeichen 

Nach dem Beschussgesetz müssen in Deutschland hergestellte oder eingeführte Handfeuerwaffen hinsichtlich Haltbarkeit, Handhabungssicherheit und Maßhaltigkeit staatlich geprüft werden. Das entsprechende Beschusszeichen wird in das Metall am Lauf oder Gehäuse eingeprägt. 
Biberschwanz (engl. beavertail) 

Entweder ein verdickter Vorderschaft einer Langwaffe oder eine verbreiterte Auflage für die Handspanne bei Pistolen, oft ein Tuningteil an der Handballensicherung von 45ern (Sicherungsleiste am Griffstück, die zum Schießen gedrückt werden muss). 
Bipod 

Englisch für Zweibein. 
Blättchenpulver 

In viereckigen und runden Blättchen hergestellte rauchlose Pulversorten. 
Bleigeschoss 

Mantelloses Projektil aus Weich- oder Hartblei, teilweise legiert. 
Bleimantelgeschoss

Projektil mit weichem Bleikern und Führungsring aus Hartblei. 
Blitz-Schloss (blitz action) 

Schloss, bei dem sich die Teile auf dem Abzugsblech befinden und mit ihm aus dem Verschlussgehäuse herausgenommen werden können. 
Blockverschluss 

Ein beweglicher Metall-Block verriegelt den Lauf nach hinten, wobei der Block je nach System anders angeordnet ist. Die berühmtesten und auch heute noch angewandten Systeme sind der Fallblock- und der Vertikalblockverschluss. 

Der Fallblockverschluss wird bei Kipplaufwaffen verwendet. Diese Verschlussbauweise ermöglicht besonders kurze Waffen. Nur das Laden dauert länger als bei Repetierwaffen. 

Der Vertikalblockverschluss eignet sich besonders für schwere Büchsen-Kaliber. 
Bockbüchsflinte 

Kombinationswaffe mit einem Flintenlauf über dem Kugellauf. 
Bock-Doppelbüchse 

Büchse mit zwei übereinanderliegenden Kugelläufen. 
Bock-Doppelflinte (superposed shotgun/ over-and-under shotgun) 

Flinte mit übereinander liegenden Läufen. 
Bockdrilling 

Kombinationswaffe mit übereinander angeordneten Kugelläufen und einem Schrotlauf. 
Bodenkappe (bottom plate) 

Der hintere Teil der Schrotpatrone. Besteht entweder aus vermessingtem Kupfer- oder Stahlblech. 
Bördeln (crimp) 

Rändeln des Hülsenmundes um das Geschoss. Gewährleistet, dass es fest in der Hülse sitzt und durch Erschütterungen nicht herausfällt oder hineingedrückt wird. 
Bore 

Alte englische Bezeichnung für das Innere des Laufes, aus der sich auch der Name für die Kalibergröße ableitete. 
Bosquette (frz.) 

Leistungsgesteigerte Randfeuerpatrone. 
Boxer-Zündung (Boxer-priming) 

1868 eingeführt, nach dem Briten Edward M. Boxer benannt. Das Zündhütchen besteht aus Napf, Zündsatz und Amboß. Die Hülse besitzt ein zentrales Zündloch, das auch das Ausstoßen der abgeschlagenen Zündhütchen erleichtert. 
Brenneke, Wilhelm (1865-1951) 

Deutscher Waffen- und Geschosskonstrukteur. Der Name wurde umgangssprachlich zur Bezeichnung für Flintenlaufgeschoss und Jagdmunition (TIG, TUG). 
Browning, John M. (1855-1926) 

Bedeutendster US-Waffenkonstrukteur, arbeitete für Winchester und FN. Die nach ihm benannte Firma gehört inzwischen zum belgischen FN-Konzern. Der Name geriet umgangssprachlich zum Synonym für kleine Selbstladepistolen.)
Brünieren 

Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Metallteilen, einst durch Rosten bis zur Braunfärbung, heute auch in blau und schwarz. 
Brüssel-Scheibe 

Internationale IPSC-Wettkampfscheibe mit den Trefferzonen A, B, C und D. 
Büchsdrilling 

Büchse mit drei Kugelläufen. 
Büchse 

Langwaffe mit gezogenem Lauf. 
Bügeldruckverschluss, Bügelspannergewehr 

Gewehr mit beweglichem Abzugsbügel oder darunterliegendem Hebel, dessen Betätigung den Verschluss öffnet und das Schloss spannt. 
Bull-Barrel 

Extra schwerer Scheibenlauf. 
Bündelrevolver 

Mehrschüssige Drehpistole mit Laufbündel statt Trommel. 
Bunthärtung (casehardening) 

Marmorierte Oberflächenverfärbung, die beim Härten des Metalls entsteht.
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