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Ein Wochenende mit Jagdbloggern: Ansitzjagd mit Tom von Jäger TV

Tom von Jäger TV und Jagdblogger posieren mit erlegtem Wild

Pirschfreund Tom von Jäger TV ist in Mecklenburg-Vorpommern zu einem Jagd-Wochenende eingeladen. Dabei treffen sich mehrere namenhafte Jagdblogger zu einer gemeinsamen Jagd und spannenden Tagen im Revier der Brüder Reilmann. Was er auf dem Ansitz alles erlebt hat, erfahrt ihr hier.

Das Team von all4hunters.de // Pirschfeund Tom von Jäger TV

Am 31. Juni 2017 war es endlich soweit: Zusammen mit meinem Jagdfreund Oli ging es in das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Dort hatten die Brüder Reilmann ein Treffen organisiert. Einige namenhafte Jagdblogger sollten kommen, was für mich natürlich besonders interessant war.


Zwischen 16 und 17 Uhr sollten sich alle Jäger am Haus von Gerold und Paul Reilmann einfinden. Da Oli und ich aber zunächst fünf Baustellen überwinden mussten, rollte unser Wagen erst gegen 18:30 Uhr auf dem Parkplatz ein. Der erste Abend war zum Kennenlernen und für den Austausch über diverse Jagdthemen gedacht. Bei gutem Essen und noch besseren Gesprächen verging der Abend wie im Flug. Nach einer Einweisung und den Instruktionen der Reilmanns für die anstehenden Tage im Revier ging es für uns Jagdblogger auch schon ins Bett.

Ansitzjagd am Wildacker mit Tom von Jäger TV

Schon kurz nach 3 Uhr klingelte der Wecker und die Müdigkeit wich schnell der Aufregung. Ich war wirklich gespannt, was sich an diesem Morgen alles ergeben würde. Schließlich hatte ich die Bilder und Erlebnisse der Jagd im Mai noch im Kopf – voller Begeisterung sehnte ich also die nächsten Jagderlebnisse herbei. Alle fünfzehn Jagdblogger wurden auf vier Autos aufgeteilt und um kurz vor 4 Uhr erreichten wir das Revier im Wald. Jedem Augenpaar war dieselbe Vorfreunde zu entnehmen, die auch mir innewohnte. Schnell schwebten die Kameras durch die Reihen und nahmen die ersten Szenen auf.

Jagdausrüstung mit RWS Patronenetui auf der Kanzel bei der Ansitzjagd
Für die Ansitzjagd hat sich Pirschfreund Tom von Jäger TV auf seiner Kanzel am Wildacker bestens eingerichtet. Das RWS Patronenetui darf dabei natürlich nicht fehlen.

Für diesen Morgen wurde mir eine Kanzel an einem Wildacker zugeteilt, umrahmt von einer Fichtendeckung und Kiefernhochwald. Es fing bereits an zu dämmern, als ich endlich auf der besagten Einrichtung saß und mich leise vorbereitete: ich lud mein Jagdgewehr und legte es gesichert über zwei Fensterbänke, schraubte meine Kamera auf ihr Stativ und befestigte das Ansteckmikrofon an meiner Jacke. "Jetzt muss nur noch das passende Stück Wild auf die Freifläche ziehen!", dachte ich mir euphorisch.


Nach knapp einer viertel Stunde fiel auch schon der Schuss: Gerold hatte beim Angehen der Einrichtung Damwild ausgemacht und gemeinsam mit Werner – Wernerkochtwild – versucht, ein Schmaltier zu erlegen. Bedauerlicherweise hatte aber nicht alles gepasst und so wurde die Kugel einer Fichte angetragen. In der Zwischenzeit war ein Alttier an die Dickungskante gezogen. Das lange Sichern verriet mir, dass das Stück schon etwas mitbekommen hatte… Und richtig, durch das Küseln vom Wind sprang das Damwild ab.


Ich hatte mich noch gar nicht richtig von der Situation erholt, da vernahm ich eine Bewegung im gegenüberliegenden Hochwald – zwei Stücke Damwild zogen rasch über die Freifläche. Doch leider könnte ich die beiden Stücke nicht ansprechende, da die hohe Vegetation alles verdeckte. Um kurz nach 5 Uhr erreichte mich die nächste Nachricht: Leon von "Hunterfieber" hatte einen Bock strecken können. Somit war unsere Strecke für den ersten Ansitz gesichert. 

Damwild bei Ansitzjagd auf Freifläche im Schutz der Vegetation
Pirschfreund Tom von Jäger TV beim Wochenende mit den Jagdbloggern: Zwei Stücke Damwild ziehen im Schutz der hohen Vegetation über die Freifläche.

Tom von Jäger TV: Jagderlebnisse beim Morgenansitz auf Damhirsche

Dank unseres Blogger-Chats erfuhr ich immer, was für Anblick meine Mitstreiter hatten. Mit der Zeit kam schließlich auch bei den anderen Einrichtungen Bewegung an den Platz: Dreispross – Jäger-Alltag – hatte einen starken Bock vor, der allerdings noch viel zu jung war. Jens von "Huntingroom" freute sich über einen zu gut veranlagten Damspießer und Valentina hatte einen drei- bis vierjährigen Keiler im Anblick, der leider zu schnell wieder in den Bestand zog.


Ich war schon richtig neidisch auf meine Jagdgefährten, da sich die nächste Zeit bei mir nichts tat. Ich konnte lediglich die Eichelhäher beobachten, wie sie sich von einem Baum zum anderen trieben. Zudem machten der leichte Wind und der Nieselregen die gesamte Situation schwieriger: Es war nicht einfach, die nächsten Stücke überhaupt mitzubekommen, die sich aus dem Hochwald lösten und rasch auf die Freifläche vor mir zogen. Doch die beiden jungen Damhirsche fingen alsbald an, am Rande des Wildackers zu äsen. Der Spießer hatte aber leider zu hoch auf und somit blieb die Kugel im Lauf meiner Büchse.

Damhirsche äsen in einem deutschen Revier am Rande eines Wildackers
Zwei junge Damhirsche äsen am Rande eines Wildackers – eingefangen mit der Kamera von Pirschfreund Tom von Jäger TV.

Das Wetter wurde immer schlechter. Meine Hoffnung, doch noch Strecke zu machen, sank mit jeder Minute, die verging. Bei solchen Windböen und Niederschlägen bleibt das Wild schließlich lieber im Bestand und sucht dort nach Äsung. Doch nach einer kurzen Wetterpause zeigte sich nochmal Damwild: Zwei Alttiere zogen mit ihren Kälbern auf die Freifläche. Damit war der erste morgendliche Ansitz abgerundet – ich hatte Anblick gehabt und die ersten Aufnahmen waren im Kasten.


Um 9 Uhr war Hahn in Ruh und gemeinsam mit Paul und Dreispross ging es zur Wildkühlung. Dort erfuhr ich dann den aktuellen Zwischenstand: Leon hatte noch ein Damschmaltier strecken können und war also Jagdkönig. Jan von GearTester hatte mit Gerold noch zum Ende hin ein Rudel Rothirsche vor gehabt, aus dem er geschickt einen Spießer rausschießen konnte. Der Anfang war also gemacht! Nach einem ausgiebigen Frühstück mit vielen Gesprächsthemen verschwanden alle in ihren Betten…

Jagdblogger mit erlegtem Rotwild-Spießer
Waidmannsheil: Jan von GearTester und Gerold konnten am Wochenende mit den Jagdbloggern einen Spießer aus einem Rudel Rothirsche erlegen.

Ansitzjagd am Abend mit Tom von Jäger TV

Tom von Jäger TV und Jagdblogger erhalten letzte Instruktionen vor der Ansitzjagd am Abend
Lagebesprechung: Vor der abendlichen Ansitzjagd erhalten Pirschfreund Tom und die anderen Jagdblogger letzte Instruktionen.

Um 16 Uhr schmiss der Wecker wieder jedermann aus dem Bett. Nach einer kurzen Lagebesprechung ging es auch schon zum Abendansitz raus ins Revier. Dieses Mal hatte ich noch einen Gast mit auf dem Stand: Friedrich – der Vater von Gerold und Paul – sollte mir beim Ansprechen helfen, da das Wild an dieser Stelle oft sehr schnell über die Freiflächen zieht. Ich hatte also eine noch bessere Chance auf mein persönliches Waidmannsheil, sofern sich eine Gelegenheit ergeben sollte. Wir saßen relativ früh und hatten direkt beim Aufbaumen schon das erste Damwild vor. Unglücklicherweise zogen die zwei Stücke rasch von der Schneise runter. Unsere Bewegungen mussten uns verraten haben…


Es dauerte gar nicht lange, schon zeigte sich das nächste Stück Damwild an der gegenüberliegenden Waldkante. Augenblicklich war klar, dass es sich um ein Alttier handelte. Das längere Haupt, die breite Auslage der Keulen und schlussendlich die Spinne verrieten uns, dass dieses Stück auch führen musste. Von Zeit zu Zeit äugte das Alttier in Richtung Wald, wodurch die Spannung weiterhin hoch blieb. Nach einer knappen Stunde zog schließlich ein weiteres Damtier auf die Fläche. Es war deutlich geringer und zudem heller in der Decke. Doch die breite Auslage der Keulen ließ uns wiederum auf ein junges Alttier schließen.

Tom von Jäger TV glast mit Fernglas bei der Ansitzjagd einen Wildacker nach Damwild ab
Pirschfreund Tom von Jäger TV glast von seiner Kanzel aus die Freifläche ab.

Tom von Jäger TV: Jagderfolg beim Abendansitz auf Damwild

Während die Sonne allmählich hinter den Bäumen verschwand, vernahmen wir ab und an die Schnepfen bei ihrer Balz. Die Atmosphäre in diesem Revier ist einfach nur magisch. Der Hintergrund ist die intervallartige Bejagung: das Wild spürt keinen Jagddruck und zieht somit unbedachter auf die freien Flächen. Selbst das in vielen Ecken Deutschlands nachtaktive Schwarzwild ist hier auch in den noch hellen Stunden unterwegs – das macht die Bejagung wirklich um einiges einfacher.


Im letzten Licht des Tages vernahm ich an der linken Waldkante noch eine Bewegung. Sofort griff ich zu meinem Glas und musste belustigt feststellen, dass auch Meister Lampe die ruhige Zeit nutzen wollte, um sich noch ein paar Gräser schmecken zu lassen. Leise unterhielt ich mich mit Friedrich über den Anblick. Unsere Augen waren nur auf den Feldhasen gerichtet, doch auf einmal ging alles ganz schnell…


An der Waldschneise, die direkt vor uns lag, zog ein Alttier mit Schmaltier entlang. Glücklicherweise blickte ich in diesem Moment kurz in die Richtung und machte Friedrich sofort auf die Situation aufmerksam. Noch im selben Augenblick waren wir uns einig, dass das linke Stück ein Schmaltier war. Doch noch bevor ich bereit war, zog das Stück wieder von der Schneise runter. Ich blieb dennoch im Anschlag, was sich als richtige Entscheidung erweisen sollte. Diana war mir wohl gesonnen und genau in einer Baumlücke sicherte das Schmaltier. Ich krümmte den Finger und nach rund 30 m Flucht ließ das RWS H-Mantel-Geschoss das Stück verenden – der Druck fiel schlagartig von mir ab.

Tom von Jäger TV mit erlegtem Damwild
Waidmannsheil: Pirschfreund Tom von Jäger TV mit seinem ersten Stück Damwild.

Tom von Jäger TV: Was die Jagd für mich bedeutet! 

Tom von Jäger TV und Jagdblogger mit erlegtem Stück Damwild
Pirschfreund Tom von Jäger TV und die anderen Jagdblogger mit einem erlegten Stück Damwild.

Nach einer halben Stunde baumten wir schließlich ab. Überglücklich nahm ich mein erstes Stück Damwild in Besitz. Zufrieden bedankte ich mich nochmal bei Friedrich für seine erstklassige Unterstützung. Anschließend riefen wir Paul an und berichteten ihm von meinem Jagderfolg. Während wir auf das Auto warteten, ließen wir die letzten Stunden nochmal Revue passieren. Ich genoss die Stille der Natur richtig: Schließlich lässt sie jeden passionierten Jäger in sich gehen und alles andere vergessen…


Als wir letztendlich bei den anderen Jagdbloggern ankamen, empfingen sie mich mit einem kräftigen "Waidmannsheil". Werner hatte auch noch Erfolg gehabt: er konnte einen Dachs strecken, was für das Niederwild besonders gut ist! Bis jedermann eingesammelt war und wir wieder zum Gut zurückkehrten, war es bereits 23 Uhr. Zügig wurde besprochen, wer am Morgen noch auf Ansitz wollte. Dann winkte für diejenigen auch schon der Bettzipfel. Der Rest setzte sich noch zusammen, erzählte sich gegenseitig Jagdgeschichten und redete bis tief in die Nacht hinein.


Ich zählte natürlich zu den Jägern, die früh auf Ansitz wollten und somit klingelte der Wecker für mich um 3 Uhr. Es fiel mir sehr schwer, die Augen offen zu halten. So geschah es, dass ich fast den ganzen Ansitz verschlief. Nichtsdestotrotz war ich mit dem Wochenende völlig zufrieden. Schließlich hatte ich einige neue Jagdgeschichten zu erzählen, neue Jagdfreunde gewonnen und überdies sogar noch Jagderfolg gehabt.


Letztendlich konnten die anderen Jagdblogger an diesem Morgen noch fünf Schmaltiere und einen Fuchs strecken – ein gebührender Abschluss für die Strecke. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals für die Einladung und die tolle Stimmung untereinander bedanken. Es war ein schlichtweg einmaliges Jagd-Wochenende, an dem ich viele neue Erfahrungen sammeln konnte, die mir in meiner Zukunft als Jagdblogger und Filmer sicherlich noch helfen werden.

Waidmannsheil!

Euer Tom von Jäger TV

Pirschfreund aus Leidenschaft

Erlegtes Damwild im Wildacker
Das Jagd-Wochenende mit den Jagdbloggern war für Pirschfreund Tom von Jäger TV ein einmaliges Erlebnis mit neuen Jagdfreunden, Stoff für Jagdgeschichten und vielen Jagderfolgen.

Hier sehen Sie das Video von Hunterfieber über das Jagdblogger-Wochenende:

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