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Auf Sauenjagd im Mais mit den Hunter Brothers

Jagderfolg im Maisfeld

Wenn der Mais in der Milchreife steht, lockt das Schwarzwild an. Um massiven Schaden im Feld zu verhindern, muss der Jäger im Revier aktiv handeln. Die Hunter Brothers Gerold und Paul waren auf Sauenjagd im Mais. In einem eindrucksvollen Video zeigen sie was sie dort erlebt haben.

Das Team von all4hunters.de // Hunter Brothers

Die Brüder Reilmann – auch bekannt unter Hunter Brothers – waren bereits mit unserem Pirschfreund Tom von Jäger TV mehrmals auf der Jagd. Die gemeinsamen Erlebnisse schweißen natürlich zusammen und so sehen sich die Hunter Brother und Tom als Pirschfreunde.


Gerold und Paul Reilmann sind in den Sozialen Medien unter den Jägern bekannt. Vor allem ihre spannenden Videos von der Jagd haben in YouTube zahlreiche Fans unter der Jägerschaft. Nun möchten wir die Videos zusammen mit ihren interessanten Erlebnisse auch Ihnen zeigen. Die Hunter Brothers freuen sich auf die Zusammenarbeit mit all4hunters.de und wünschen allen Followern, Jagdfreunden und weiteren Interessierten viel Spaß. 


Hunter Brothers: auf Sauen im Mais

Wie viele Follower sicher mitbekommen haben, waren wir für eine ganze Weile im Angelurlaub in Norwegen. Dazu wird auch noch ein Video veröffentlicht, das wir demnächst zusammenschneiden. Direkt konnten wir es leider nicht fertigstellen, da wir uns erst einmal um unsere Sauen im Mais kümmern mussten.

Ja wir mussten!

Denn was wir nach unserer zehntägigen Abwesenheit im Revier sahen, war wirklich nicht mehr feierlich. Innerhalb dieses Zeitraumes kam nämlich der Mais bei uns in die Milchreife und wurde somit interessant für das Schwarzwild. Die Schweine, welche zurzeit wenig Fraß finden, verursachten darauf einen massiven Schaden.

Schaden im Mais
Sauenjagd im Mais: An solchen Schadlöchern lohnt sich die Pirsch oft.
Frischling im Maisfeld
Nur für das geschulte Auge ist ein Frischling im Mais sichtbar.

Schwarzwild verursacht Schaden im Maisfeld

Als wir beim ersten Pirschgang die Maisflächen kontrollierten, mussten wir feststellen, dass gute 5 % des Maises schon am Boden lagen, Tendenz steigend.


Natürlich hatte auch der Landwirt davon Wind bekommen und bat uns, schnellstmöglich etwas dagegen zu unternehmen. Also mussten Maßnahmen ergriffen werden. Wir fingen mit dem Anlegen von Bejagungsschneisen an, auf welchen wir Sitze positionierten, um für die kommende Mondphase gewappnet zu sein.

Doch erstmal hatten wir keinen Mond – also was tun? 

Wir wählten eine ganz spezielle Jagdmethode, die Pirsch direkt im Mais. Wir wussten schon aus dem letzten Jahr, dass es gelingen kann, Sauen direkt im Mais anzugehen. Deswegen wollten wir versuchen, dies in diesem Jahr nun auch mit der Kamera festzuhalten.


Wie ihr in unserem neuen Video sehen könnt, ist uns dies gelungen. Doch leider ist es in dem Video wie so oft: es sieht kinderleicht und spannend aus. Aber ist es das auch?

Tarnung vor der Pirsch im Maisfeld
Jagd auf Schwarzwild im Mais: Tarnung ist nach dem Wind das wichtigste. Schon oft hatten wir das Gefühl, dass Camo-Bekleidung eintscheidende Vorteile brachte.

Sauenjagd im Mais: kinderleicht und spannend?

Die Antwort darauf ist ein Nein und Ja. Die Pirsch im Mais ist definitiv höchst spannend. Allerdings fordert sie enorme Geländekenntnisse, eine spezielle Beschaffenheit des Maises und wir müssen uns vor der Jagd vor Augen halten, dass diese Jagdart enorme Fitness und Können voraussetzt.  Wir pirschen uns unter Umständen bis auf wenige Meter an wehrhaftes Wild heran. Das ist nichts für schwache Nerven und vor allem ist es nichts für Jäger mit wenig Erfahrung an diesem Wild.

Sonst kann die Pirsch sehr schnell zu einem echt gefährlichen Unterfangen werden. Schießen wir eine stärkere Sau krank auf 2 m ist umgangssprachlich "die Kacke mal ganz schnell am Dampfen" – das wollen wir vorwegnehmen.

Versteht dieses Video also bitte nicht falsch; wir wollen damit nicht jeden ermutigen im Mais auf Sauen zu pirschen, sondern nur zeigen, dass es unter bestimmten Voraussetzungen erfolgreich sein kann.

Lauschen im Maisfeld
Um die Sauen im Mais überhaupt zu finden, ist Ohren spitzen angesagt.

Voraussetzungen für eine Jagd auf Schwarzwild im Mais

Also bevor ihr selbst einen Versuch starten wollt, checkt ob es überhaupt bei euch im Mais Sinn macht.


Dazu wäre zu beachten:

  • Fressen die Sauen bei euch im Mais bei Tageslicht (also bleiben die Sauen den ganzen Tag im Mais)?
  • Sind die Maisreihen breit genug damit ihr euch halbwegs darin fortbewegen könnt?
  • Ist die Fläche groß genug (unter 20 ha macht es aus unserer Sicht wenig Sinn).
  • Und nicht zu vergessen: Ist das Gelände so beschaffen, dass ihr im Mais einen Schuss abgeben könnt?


Sind alle diese Bedingungen erfüllt, könnt ihr es versuchen. Ist dies nicht der Fall, bitten wir alle Waidgenossen Abstand davon zu nehmen.

Pirsch im Maisfeld
Je tiefer wir in den Mais pirschten, desto weiter konnten wir sehen.

Wenn alles passt: die Jagd im Mais auf Sauen

Wie geht ihr eigentlich vor, wenn alles passt?


Das ist eigentlich schnell erklärt, als erstes sucht ihr einen hohen Punkt, von dem ihr auf den Mais schauen könnt. Oft seht ihr von dort aus, wo die Sauen genau im Mais sind. Das erkennt ihr am Wackeln der Halme und an den Geräuschen, die die Rotte von sich gibt.

Als nächstes prüft ihr den Wind und versucht dann, in der Reihe möglichst leise ans Geschehen heran zu kommen. Dabei könnt ihr etwa 10 m robben, krabbeln und aufrecht gehen, dann stehen bleiben und wieder lauschen ob ihr etwas hört.

Schwarzwild im Maisfeld
Kein Kugelfang! In dieser Situation durfte im Mais auf keinen Fall auf die Sau geschossen werden.

So geht’s dann immer weiter, bis ihr die Rotte definitiv hört. Nun seid ihr meistens keine 20 – 30 m mehr entfernt. Allerdings seht ihr bis dahin gar nichts, das passiert erst jetzt. Hört ihr die Rotte deutlich, legt euch auf den Boden und wartet. Es kann dauern, aber bei uns war es meistens so, dass irgendwann etwas zu sehen war.


Passiert nichts, versucht näher heran zu kommen, bis es dann irgendwann klappt. Das Schöne daran ist, dass die Sauen sich absolut sicher im Mais fühlen und teilweise sogar auf einen zu ziehen, um zu schauen wer oder was das ist. Nur durch diese Unvorsichtigkeit kommt es überhaupt dazu, dass ihr Schussgelegenheiten bekommt. 

Eigentlich braucht ihr im Mais kein Zielfernrohr, da die Schussentfernung meist sehr gering ist. Wenn ihr doch eines benutzen wollt, dann eines mit einer möglichst niedrigen Vergrößerung.


Wenn ihr nun Sauen vor sich habt, bedenkt, dass ihr diese später bergen müsst. Zum Beispiel ging es Paul neulich so, dass er einen 80 kg Keiler nur 3 m vor sich hatte. Er nahm jedoch Abstand davon, da wir ihn über 400 m durch den Mais hätten bergen müssen. Am besten bleibt ihr da bei Frischlingen, denn alles andere ist reine Quälerei.

Überläufer im Mais
Dieser Überläufer wog über 80 Kilo, den Paul auf unter einem Meter im Mais erlegte.

Fazit zur Sauenjagd im Mais

Wir haben jetzt zusammen mit dem letzten Jahr etwa 10 Sauen auf diese Art und Weise erlegt. Natürlich machen wir uns auch Gedanken darüber, was dabei passieren kann.

Fakt ist, schweißt ihr euch dabei an eine stärkere Sau an, welche gut und gerne mal nur wenige Meter von einem entfernt ist, könnt ihr echte Probleme bekommen. Und wirklich schnell wird euch dann auch keiner helfen können.

Aus diesem Grund: 

Wenn ihr es versucht, macht es bitte mit Bedacht. Wenn die Bedingungen nicht stimmen, nehmt bitte komplett Abstand davon.

In diesem Sinne: Viel Spaß mit dem Video und Waidmannsheil wünschen euch die Hunter Brothers.


Gerold und Paul Reilmann

Jagderfolg im Maisfeld
Nach 2-stündigem krabbeln, kriechen und horchen, konnte Gerold, kurz bevor das Büchsenlicht schwand, diesen starken Überläufer erlegen.
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