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Test: smartes Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P für die Jagd

Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P auf Jagdbüchse Merkel RX.Helix montiert

Laserentfernungsmesser, Ballistikrechner, Zielfernrohr mit automatischer Haltepunktkorrektur und all das in einem Gerät – genau so lässt sich das neue Swarovski dS 5-25x52 P beschreiben. Doch funktioniert das auch alles? Und wie gut ist die "smarte" Zieloptik? Unsere Kollegen von VISIER haben das Zielfernrohr für die Jagd einem Praxis-Test unterzogen.

Das Team von all4hunters.de // Text: Andreas Wilhelmus / VISIER, Fotos: Michael Schippers, Karl-Heinz Becker und Andreas Wilhelmus

Vor mehr als 20 Jahren stellte der österreichische Premium-Optikhersteller mit dem Habicht im Logo das erste Laser Rangefinding Scope LRS vor. Die Reichweite des Swarovski 3-12x50 LRS betrug rund 600 m. Das Messergebnis wurde mit 3 Ziffern ins Sehfeld eingeblendet. Von seiner äußeren Form her erinnerte das Gerät zudem eher an das obere Drittel einer Schmalfilmkamera als an ein Zielfernrohr. So richtig erwärmen für die einst innovative Zieloptik konnte sich die konservative Jägerschaft hierzulande damals aber nicht.


Das lag vielleicht auch daran, dass der hiesige Durchschnittsjäger derzeit kaum die Vorteile einer genau bekannten (weiten) Schussdistanz zu nutzen wusste. Dieses dürfte sich wohl nur den Begehern weitläufiger Feldreviere und den mit der Gebirgs- und der Auslandsjagd auf weite Schussentfernungen vertrauten Waidmännern erschlossen haben. Zudem wog das 1.150 g schwere LRS gut doppelt so viel wie damals ein herkömmliches Zielglas mit 50-mm-Objektiv und vergleichbarer Vergrößerung. Letzteres war außerdem auch noch erheblich günstiger.

Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P: Getting Smart

Die später folgenden Modelle Eliminator LaserScope von Burris und Laser IRT von Nikon griffen die Idee von Swarovski auf und entwickelten sie weiter. Die beiden Optroniken ähnelnden sich in der Bauweise und Kontur auffällig. Zusätzlich zum Laserentfernungsmesser erhielten sie noch einen eingebauten Ballistikrechner. Dieser projizierte nach der Messung den korrigierten Haltepunkt ins Sehfeld. Hierzu musste natürlich zuvor die Flugbahn der verwendeten Laborierung anhand einer beiliegenden Tabelle ausgewählt und einprogrammiert werden. Auch reduzierten beide Hersteller nicht nur den Preis, sondern auch das Gewicht und die Länge der Geräte.

Auslöser für den integrierten Laserentfernungsmesser des Zielfernrohrs Swarovski dS 5-25x52 P
Der Auslöser für den Laserentfernungsmesser sitzt oben mittig auf dem Okular des Swarovski dS 5-25x52 P. Am Zielfernrohr links und rechts daneben befinden sich die Tasten fürs Dimmen der Absehenbeleuchtung.

In diesem Jahr legte erneut Swarovski die Messlatte höher und präsentierte das neue digitalSmart dS: Das Zielfernrohr beinhaltet einen Laserentfernungsmesser mit einer Reichweite von 30 bis 1.375 m und ein Head-up-Display. Letzteres projiziert neben der reinen Zielentfernung auch eine weitere horizontale Linie mit dem korrigierten Haltepunkt sowie jeweils zwei Windmarken links und rechts der Mittelsenkrechten ins Absehen. Optional kann zudem auch die Zielenergie des Geschosses (Knock-Down Power) angezeigt werden. Hierfür müssen zuvor mittels Smartphone-App allerdings die Flugbahn respektive Laborierungsdaten programmiert und per Bluetooth übertragen werden.


Die Swarovskis dS-Configurator-App bietet eine große Auswahl von auf herstellerbasierten Daten beruhenden Laborierungen an. Der Benutzer kann sie aber auch mit individuell ermittelten v0-Daten oder mit komplett eigenen ballistischen Werten – besonders interessant für Wiederlader – füttern. Für die Ermittlung des korrigierten Haltepunktes bezieht das Swarovski digitalSmart neben der gemessenen Zielentfernung zudem auch noch den Luftdruck, die Temperatur und den Schusswinkel mit ein. Die maximale Entfernung für eine Haltepunktkorrektur gibt der renommierte Hersteller mit 1.024 m an.

Die technischen Eigenschaften der Zieloptik Swarovski dS 5-25x52 P

Jäger testet Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P auf Schießstand 
Auch bei einem Zielfernrohr wie dem Swarovski dS 5-25x52 P sollten Jäger nicht aufs Einschießen und die Kontrolle der gewählten Laborierung auf verschiedene Distanzen verzichten, bevor es sie ins Revier verschlägt.

Das 403 mm lange und 1.090 g schwere Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P weist zwar ein sehr dickes 40-mm-Mittelrohr auf, folgt von seinen Konturen her aber einem klassischen Zielfernrohr. Angesichts der in den vergangen Jahren immer bulliger gewordenen Mittelrohre bis hin zu dem 36 mm starken Tubus des Zeiss Victory V8 4,5-35x60 scheint der Sprung für das bislang eher an 30er Rohre gewohnte Jägerauge zu dem des neuen Swarovski dS gar nicht mehr so groß.


Und auch in puncto Gewicht wirft das Swarovski dS nur rund 100 g mehr in die Waagschale als das große Zeiss-Glas. Wobei "nur" hier relativ zu betrachten ist: Denn je stärker die verwendete Laborierung, desto stärker werden bei solchen Massen schließlich auch Glas und Montage durch die Impulskräfte belastet.


Was den Preis betrifft, schlägt die Zieloptik des österreichischen Optikspezialisten mit 3.890,- Euro zu Buche. Abstriche gegenüber den herkömmlichen Topoptiken im 5-fach-Zoom-Bereich muss der Nutzer beim Swarovski dS 5-25x52 P allerdings bei den optischen Leistungsparametern machen. Das Sehfeld auf 100 m fällt hier mit 7,3 bis 1,5 m ebenso vergleichsweise klein aus wie auch die Lichttransmission von 83 %.


Der Parallaxenausgleich (50 m bis ∞) erfolgt beim Zielfernrohr Swarovski dS manuell am linken Turm. Im oberen Turm befinden sich lediglich das Batteriefach für eine CR123A-Zelle und das Werkzeug zum Justieren des Absehens. Das geschieht beim dS 5-25x52 P von Swarovski schließlich nicht an den Türmen im Bereich des Mittelrohres. Vielmehr verbergen sich die Stelltriebe für Höhe und Seite jeweils unter einer mithilfe eines Mini-Torxschlüssels abnehmbaren Platte am Objektivrohr. Das Plex-Absehen mit zuschalt- und dimmbarem Leuchtpunkt sitzt in der 2. Bildebene. Dioptrienstell- und Zoom-Ring sitzen an den üblichen Positionen hinten respektive vorn am Okularrohr.

Türme am Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P für die Batterie, das Justierwerkzeug und den Parallaxenausgleich
Der Turm an der Oberseite der smarten Zieloptik Swarovski dS 5-25x52 P beherbergt das Batteriefach und das Justierwerkzeug. Am linken Turm kann die Parallaxe ausgeglichen werden.
Höhen- und Seitenstelltrieb am Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P
Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P: Der Höhen- und Seitenstelltrieb des dS nach dem Entfernen der Abdeckplatten. Die Mini-Torxschrauben in den Platten sind gegen Verlieren gesichert.
Technische Daten zum Swarovski dS 5-25x52 P Zielfernrohr
Modell:Swarovski dS 5-25x52 P
Vergrößerung:5 - 25 x
Objektivdurchmesser:48 - 52 mm
Austrittspupille:9,6 - 2,1 mm
Augenabstand:95 mm
Sehfeld:7,3 - 1,5 m / 100 m
Dioptrienausgleich:-3 bis +2 dpt
Lichttransmission:83 %
Dämmerungszahl:
nach ISO 14132-1
16,1 - 36,0
Trefferpunktkorrektur:7 mm / 100 m
max. Stellweg Höhe/Seite:1,2/0,7 m / 100 m
Parallaxenausgleich:50 m bis ∞
Länge:403 mm
Gewicht:1.090 g
Mittelrohrdurchmesser:40 mm
Funktionstemperatur:-10 °C bis +55 °C
Wasserdichtheit:4 m Waffertiefe
Helligkeitsstufen Beleuchtung:64
Zusatzprogramm:dS Configurator App
Preis:3.890,- Euro (UVP, inkl. MwSt.)

Wie gut schlägt sich das Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P im Praxis-Test?

Head-up-Display des Zielfernrohrs Swarovski dS 5-25x52 P
Neben der gemessenen Entfernung zum Ziel und der Haltepunktkorrektur kann auch die Zielenergie des Geschosses ins Head-up-Display des Swarovski dS 5-25x52 P projiziert werden.
Head-up-Display des Zielfernrohrs Swarovski dS 5-25x52 P projiziert die Zielentfernung und den korrigierten Haltepunkt
Der integrierte Laserentfernungsmesser des Zielfernrohrs Swarovski dS 5-25x52 P hat eine Reichweite von 30 m bis 1.375 m.

Als kompliziertester Part beim ganzen Praxis-Test erwies sich das Pairing des Android-Smartphones mit dem Swarovski dS 5-25x52 P via Bluetooth. Hierzu muss das Smartphone zunächst in den entsprechenden Modus versetzt werden. Parallel dazu wird die smarte Zieloptik per dreisekündigem Druck auf die "+"- und "-"-Taste der Absehenbeleuchtung oben auf dem Okular in den Pairing-Modus gebracht. Anschließend ist dann nur noch die Seriennummer des Zielfernrohrs als PIN einzugeben.


Nicht-Smartphone-Affine Jäger dürften hier freilich bereits an ihre Grenzen stoßen. Die sowohl für aktuelle Android- wie auch iOS-Smartphones kostenlos erhältliche Configurator-App erklärt sich dagegen quasi von selbst. Wenn alle Daten eingegeben wurden und das Smartphone mit dem Swarovski dS 5-25x52 P gekoppelt ist, reicht ein Tippen auf den Button "Jetzt übertragen". Dann wird das Ganze ans Zielfernrohr geschickt.


Beim VISIER-Test durfte sich das Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P mittels der passenden EAW-Aufkipp-Montage auf die Weaver-Basen einer Merkel RX.Helix im Kaliber .30-06 Springfield gesetzt und auf eine Distanz von 100 m eingeschossen beweisen. Dazu ging es auf den 300-m-Stand der SLG Niederweimar. Geschossen wurde auf die mittels Swarovski dS Rangefinder ermittelten und per Leupold RX-1000 TBR überprüften Distanzen von 98, 192 und 295 m. Als Testmunition diente die 170 grs GECO Teilmantel Match, deren mittlere v0 entsprechend den am Testtag per LabRadar ermittelten Werten über die App eingespeist wurde.


Auf alle Entfernungen lagen die Treffergruppen auf der gleichen Höhe. Die seitliche Abweichung und das Aufgehen der Gruppen befanden sich ebenfalls im gewünschten Bereich der Zielscheibe. Auf der 295-m-Distanz wechselten die Tester von der GECO-Laborierung auf die 165 grs RWS HIT – und auch hier lagen die Treffer am gewünschten Platz. Keine der geschossenen Laborierungen ging auf die knapp 300 m Distanz (inklusive Ausreißer) weiter als 15 cm auf.

Konfiguration des Swarovski dS 5-25x52 P mithilfe der Configurator-App auf dem Smartphone. wobei die ballistischen via Bluetooth auf das Zielfernrohr Swarovski übertragen werden
Per Configurator-App lassen sich die ballistischen Daten via Bluetooth vom Smartphone ins Swarovski dS 5-25x52 P übertragen. Eine grüne LED am Zielfernrohr signalisiert, dass beide Geräte verbunden sind.

Test-Fazit zum Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P

Mit dem dS 5-25x52 P legt Swarovski ein Zielfernrohr vor, das eigentlich nur einen Wunsch offen lässt: einen in der Nähe des Abzugsfingers positionierbaren Fernauslöser, was dank Bluetooth sicher auch realisierbar sein dürfte. Ansonsten weiß die smarte Zieloptik mit integriertem Laserentfernungsmesser und automatischer Haltepunktkorrektur auf ganzer Linie zu überzeugen – das Swarovski dS 5-25x52 P ist schlichtweg State of the Art.


Sowohl vom Gewicht als auch von den Abmessungen und der Kontur her kommt das Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P schon nahe an die aktuellen großen 8-fach-Zoom-Gläser der Mitbewerber heran. Der Preis von 3.890,- Euro erscheint durchaus angemessen zu sein. 


Für den Waidmann gilt jedoch auch bei diesem Hightech-Glas: Ohne Einschießen und Kontrolle der gewählten Laborierung auf diverse Entfernungen sowie ohne ein Üben des Umgangs mit der smarten Zieloptik sollte er nicht auf ein Stück Wild schießen.


Weitere Informationen zum innovativen Zielfernrohr Swarovski dS 5-25x52 P finden Sie direkt auf der Webseite des Optikspezialisten.


Den Artikel zum Praxis-Test des Zielfernrohrs Swarovski dS 5-25x52 P finden Sie in der VISIER 9/2017. Die September-Ausgabe der VISIER können Sie ganz bequem im VS Medien Online-Shop bestellen.


Hier kommen Sie direkt zur digitalen Version der VISIER 9/2017.



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